Harpstedt - Sie begleiten Menschen in ihrer letzten Lebensphase: die ehrenamtlichen Helferinnen vom Hospizverein Harpstedt. Ab sofort können Interessierte sie in ihren neuen Räumlichkeiten in der Burgstraße 15, Harpstedt, besuchen. Der Hospizverein ist dort seit Anfang April zur Untermiete beim Taxiservice Scherner untergekommen.
Sprechzeiten geplant
Das Trauercafé werde jeden ersten Sonntag im Monat zwischen 15.30 und 17.30 Uhr in dem rund 40 Quadratmeter großen Raum stattfinden, sagte Barbara Steinhilber, dritte Vorsitzende des Vereins. Das Mobiliar sei bereits aufgestellt. Auch eine kleine Küche sei vorhanden. „Die Sprechzeiten sind in Planung“, so Elke Kopmann-Cordes, erste Vorsitzende. Vorgesehen ist immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr.
Seit über einem Jahr konnte der Hospizverein nun seine Treffen und Veranstaltungen nicht mehr wie gewohnt durchführen. Auch die Senioren im Altenheim zu besuchen, sei für die Hospizhelferinnen während der Corona-Pandemie zeitweise nicht möglich gewesen, so Kopmann-Cordes. Und weil die Begegnungsstätte in Harpstedt immer noch geschlossen ist, kommen die neuen Räumlichkeiten in der Burgstraße jetzt gerade recht.
Gespräche führen
Aktuell begleiten die Hospizhelferinnen vier sterbende Menschen beim Abschiednehmen. Sie lesen Geschichten vor, unterstützen beim Alleinsein, führen Gespräche über die Zeit nach dem Tod oder reden über alltägliche Themen wie Fußball oder Kochen.
Wie lange eine Person von ihnen begleitet werde, sei völlig unterschiedlich: „Manches kann sich über ein Jahr hinziehen. Manches – zum Beispiel bei der Diagnose Lungenkrebs – geht sehr schnell“, so Barbara Steinhilber. „Wir begleiten ja auch, damit die Angehörigen mal ein bisschen Luft haben.“
Es gibt eine spezielle Ausbildung, die auf die Arbeit als Hospizhelfer oder -helferin vorbereitet. Die Qualifizierung wird etwa vom Hospizverein in Stuhr angeboten. Sie umfasst 100 Unterrichtsstunden, einem Praxistag und 13 Themenabenden zu den Themen Tod, Trauer und Abschied.
Neun Frauen von den insgesamt 36 Vereinsmitgliedern des Hospizvereins Harpstedt haben solch eine Ausbildung absolviert. Auch ein Mann aus Harpstedt will sich in naher Zukunft ausbilden lassen und das Team verstärken, hieß es beim Termin.
Die Anmeldung für das Trauercafé ist telefonisch unter der Nummer 0 42 44/ 78 13 bei Elke Kopmann-Cordes möglich.
