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„Mortal Flames“ aus Kreis Oldenburg Von zwei Künstlern, die mit dem Feuer spielen

Ellen Dückers
Spukt Feuer: Sebastian Ziegler aus Wildeshausen

Spukt Feuer: Sebastian Ziegler aus Wildeshausen

Harpstedt/Wildeshausen - Man kennt sie von Mittelaltermärkten oder aus dem Zirkus. Sie faszinieren junge und alte Zuschauer mit ihren Shows. Sorgen für Gänsehautmomente. Die Rede ist von Feuerkünstlern, Akrobaten, die Feuer spuken oder mit Fackeln jonglieren. Zwei von ihnen sind Sascha Redemann, 40 Jahre, aus Harpstedt und Sebastian Ziegler, 39 Jahre, aus Wildeshausen. Seit Beginn dieses Jahres bilden die beiden Freunde ein Team, arbeiten als „Mortal Flames“ an einer eigenen Choreographie, wollen damit auf Märkten, Geburtstagen, Hochzeiten oder auch Firmenevents die Menschen begeistern. Wie wird man Feuerkünstler? Ein Einblick.

Die Anfänge

Bereits 2014 beginnt Sascha Redemann, der als Altenpfleger arbeitet, mit Jonglage. „Bei einer Show habe ich dann Feuerkünstler gesehen und gewusst: Das möchte ich auch können“, sagt er. Mithilfe von Youtube-Videos und Freunden, die bereits Erfahrung hatten, tastet er sich an das Element heran, bringt sich die Bewegungen selbst bei, bis er sie kontrollieren kann – und übt sie erst dann mit Feuer. Mittlerweile hat er seine festen „Geräte“, trainiert mit sogenannten Pois, schwingenden Fackeln, und Rope-Darts, Bällen, die an langen Seilen hängen.

„Mortal Flames“

Die beiden Feuerkünstler Sascha Redemann und Sebastian Ziegler arbeiten aktuell an einer Show, mit der sie auf Märkten, Geburtstagen, Hochzeiten oder auch Firmenevents die Menschen begeistern wollen. Wer Interesse hat, kann sich bei Sascha Redemann (Tel. 0179/7276195, Mail: vikhound@outlook.de) oder Sebastian Ziegler (Tel. 0152/34031472) melden.

Sein Teamkollege Sebastian Ziegler hat schon lange ein Faible fürs Mittelalter. Vor drei Jahren besucht er den Bovelmarkt in Bassum und entdeckt dort die Feuershow. „Feuer hat mich immer fasziniert – ist eine Leidenschaft“, sagt der Künstler, der als Autolackierer arbeitet. Schnell findet er heraus, dass die Gruppe zu einem Verein gehört, und schließt sich dem Training an. Lange übt er mit Wasser das Zerstäuben von Flüssigkeiten, bis er sich an die hochentzündliche Flüssigkeit traut, die speziell fürs Feuerspeien entwickelt wird. „Man muss den Schluckreflex unterdrücken und hält die Flamme am Anfang weit weg vom Gesicht“, sagt er. Neben dem Feuerspuken- und schlucken jongliert er mit Fackelstäben.

Die Sicherheit

Haben die beiden keine Angst? „Man hat immer Respekt, das ist auch wichtig, um wachsam zu bleiben“, sagt Sebastian Ziegler. Kleinere Verletzungen wie Verbrennungen kämen dennoch vor. Die größte Gefahr sei eine schlechte Vorbereitung, sagt Sascha Redemann. Mit Flüssigkeit getränkte Fackeln müssten zunächst ausgeschwungen werden, um später nicht auf Kleidung oder Haut zu spritzen. Gefährlicher sei jedoch die Rauchentwicklung. Deswegen sei es immer wichtig, auf die Sicherheit zu achten.

Ihre Geräte lassen sich die beiden etwas kosten, um mit hochwertigen, sicheren Materialen zu arbeiten. Kommt Feuer ins Spiel, tragen sie Kleidung aus reiner Baumwolle. Auch feuerfeste Stücke, etwa Stulpen, gehören zur Ausstattung. Und: Übungen mit Feuer würden sie nie allein durchführen, sagen sie. „So können wir uns gegenseitig schützen – auch bei Shows.“ Und falls doch mal etwas passiert gilt es, Ruhe zu bewahren: „Das ist das oberste Gebot“, sagt Sebastian Ziegler.

Das Training

Die beiden Feuerkünstler verbringen so viel Zeit wie möglich mit Training. Seit Anfang dieses Jahres trainieren sie einmal pro Woche zusammen im Garten von Sascha Redemann in Harpstedt, um ihrem Ziel einer eigenen Show näher zu kommen. „Viel Zeit verbringen wir mit Trockenübungen ohne Feuer“, sagt er. Koordination, flüssige Abläufe, Routinen, Musik, passende Kostüme – all das gehört zu einer Show – die am Ende die Zuschauer in Staunen versetzt.

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