Harpstedt - „So viele hatten wir sonst noch nicht bei unserer Nachwuchsarbeit hier“, freute sich Rainer Windhusen, einer der beiden Vorsitzenden der Harpstedter Prager. Zehn Kinder waren gekommen, um im Rahmen einer Ferienspaß-Aktion der Jugendpflege Harpstedt bei den Blas-Musikern hineinzuschnuppern.

Ob Saxophon, Klarinette, Querflöte oder Schlagzeug: Die Kinder konnten sich von den Musikerinnen und Musikern viele verschiedene Instrumente zeigen und erklären lassen und diese auch ausprobieren. Dabei ging es nicht um die richtigen Töne, sondern ums Kennenlernen der Instrumente. Für die elfjährige Marlene eine tolle Möglichkeit: Denn sie hat bereits ein Altsaxophon zu Hause und könne sich gut vorstellen, im Orchester zu spielen.

Normalerweise veranstalten die Prager am Dienstag nach der Pfingstwoche einen Schnupperabend für alle Altersklassen, um neue Mitglieder zu gewinnen, sagte Charlotte Holzschuher, die als Jugendbeauftragte für die Aktion verantwortlich war. Wegen der Corona-Pandemie sei dies jedoch zuletzt ausgefallen. „Aber Nachwuchsarbeit ist super wichtig“, erklärte sie, warum nun zum ersten Mal dieses Ferienangebot gemeinsam mit der Jugendpflege auf die Beine gestellt wurde.

„Sie sollen Kontakt zur Musik bekommen und zum Orchester. Wir wollen rüberbringen, wie wir als Orchester drauf sind“, beschrieb die Jugendwartin das Ziel. „Im besten Fall gehen sie nach Hause und sagen: ‚Dieses Instrument möchte ich spielen.’“

Dafür haben die Prager ein Angebot: den Mietkauf. Das Prinzip erläuterte Kassenwartin Claudia Grote am Schnupperabend: „Wir kaufen das Instrument, die Eltern können es in Raten abbezahlen.“ Das laufe erst einmal für ein Jahr, dann könne entschieden werden, ob weiter Raten gezahlt werden oder der Restbetrag beglichen wird. Das Instrument könne auch zurückgegeben werden. Seit 2016 bieten die Prager dieses Modell an und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht, freute sich Grote.

Auch mit der Musikschule Strings in Harpstedt arbeiten sie zusammen: Kinder könnten dort zu vergünstigten Konditionen Unterricht bekommen, wenn sie Prager werden möchten, sagte Grote.

Nicht nur die Kinder, auch die Eltern wollten die Prager für die Mitgliedschaft im Orchester begeistern – es sei nie zu spät, ein Instrument zu lernen. Die Proben seien abwechslungsreich, betonte Grote: Denn auch im Bereich der Orchesterleitung haben die Prager offenbar gute Nachwuchsarbeit geleistet, beim Neujahrskonzert Anfang 2020 haben die drei Nachwuchsdirigenten Ben Müller, Henner Eiskamp und Klaas Akkermann ihr Debüt gegeben und unterstützen seitdem Dirigent Steffen Akkermann. Abwechselnd gestalten sie die Probenabende.

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen