Hasbruch - Für Erholungsuchende bleibt der Wald in der Corona-Pandemie auch weiterhin ein Sehnsuchtsort. Das gilt gerade für den Hasbruch. Doch bei steigendem Zulauf sind offenbar immer weniger Waldbesucher dazu bereit, sich auch an die Regeln zu halten, berichtet Revierförster Jens Meier. Das belaste neben der Natur auch die Wege.

Im Urwald-Bereich haben die Niedersächsischen Landesforsten jetzt den von der Amalieneiche bis zum Falkenburger Weg führenden „Urwaldpadd“ kurzfristig weiträumig mit Brettern abgesperrt. Der Weg sei aufgrund starker Regenfälle derzeit zwar sowieso unpassierbar, doch wegen des hohen Besucheransturms an den letzten Wochenenden hätten Spaziergänger auch fünf bis zehn Meter entfernt abseits des Weges Möglichkeiten gesucht, matschige Stellen zu passieren.

Das „Getrampel“ schadet gerade offenbar einem besonders sensiblen Bereich des Naturschutzgebiets Hasbruch, berichtet die regionale Pressesprecherin Wibeke Schmidt. Dort seien in den letzten Jahren nämlich zahlreiche seltene Pflanzenarten der Roten Liste kartiert worden.

Die Landesforsten bitten alle Waldbesucher, die aktuelle Sperrung sowie das im gesamten Hasbruch geltende Wegegebot zu beachten.

Revierförster Jens Meier besorgen erneute massive Verstöße. So seien Spaziergänger am Wochenende wieder in geschützte Bereiche des Waldes eingefallen, trotz der unmissverständlichen Absperrung der Areale mit Trassierband. Und wieder seien Tipis gebaut und Bäume erklommen worden.

Immer voller werde es bei milderen Temperaturen im Wald. Nicht nur die Wege seien zunehmend überlastet. Meier: „Die Untere Naturschutzbehörde musste am Wochenende Picknicker von der Wiese vor der Jagdhütte vertreiben.“ Weil es am Wochenende warm werden soll, habe die Behörde weitere Kontrollen angekündigt.

Am 16. Mai und am 13. Juni wollen die Hasbruchfreunde bei Spaziergängern vor Ort mit einem Infostand für die naturverträgliche Nutzung des Waldes und das Einhalten der Regeln werben.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee