Hasbruch - So gelöst hört man Revierförster Jens Meier nicht oft über den Zustand des Hasbruchs sprechen: „Wir sind ganz zufrieden, der Wald erholt sich offenbar.“ Das sah vor gut zwei Monaten noch anders aus. Inzwischen hat reichlich Regen zu dem Wandel zum Guten beigetragen. Noch aber sei der Wald nicht „über den Berg“. Das liege auch an diversen Schädlingen.
Ergiebige Niederschläge haben einen guten Teil des durch die lange Dürreperiode entstandenen Trockenstresses ausgeglichen. „Ein Regensommer allein kann das tief in den Boden reichende Grundwasserdefizit aber nicht ganz ausgleichen“, so Meier. Dass nun jedoch wieder Wasser in den Gräben stehe und selbst alte Bombentrichter randvoll gelaufen seien, helfe nicht nur der Vegetation.
Kein Massensterben
Auch ein erneutes Massensterben von Feuersalamandern sei abgewendet. Meier: „2019 und 2020 sind die Gewässer zu schnell ausgetrocknet, noch bevor die Salamander-Larven von Kiemen- auf Lungenatmung umstellen konnten.“ Die Folge – Erstickungstod. Um den Amphibien Gebär- und Laichgewässer anbieten zu können, haben die Landesforsten Bombentrichter im Urwald aus dem Zweiten Weltkrieg entschlammt und von Laub befreit. Nur das Wasser fehlte noch. Das kam in den letzten Wochen als heftige Niederschläge hinzu. „Eine Erfolgsgeschichte“, schwärmt Meier.
So rasch vom Nass profitieren können Bäume nicht. Darum haben die Landesforsten in Meiers Revier in den letzten beiden Wochen wieder zahlreiche Fichten fällen müssen. Die 95 ausgelaugten Bäume im Kimmer Holz hatten keine Kraft mehr, dem „Buchdrucker“-Borkenkäfer durch Ausharzen Einhalt zu gebieten. Übers Jahr gerechnet ist der Fichten-Fall im Revier hoch. „Allein in den letzten beiden Jahren haben wir 13 Hektar Fichtenbestand an den Borkenkäfer verloren“, sagt Meier.
Laufende Aufforstung
Bei der laufenden Aufforstung achten die Landesforsten auf standortgerechte Arten. Fichten werden durch Kiefern und Birken ersetzt. Im Hasbruch forderte der Borkenkäfer ebenfalls Opfer unter den Nadelbäumen. Weil der Bestand dort überwiegend aus Laubbäumen besteht, waren die Verluste gering – fünf Fichten mussten entnommen werden. Was noch positiv ist: Großen Ärger mit der „Eichenfraßgesellschaft“, Schädlingen wie Eichenwickler und Frostspanner, gab es keinen.
Achtsam, aber noch nicht alarmiert, betrachtet Meier die Entwicklung beim Eichenprozessionsspinner. Im Oldenburger Land ist er bereits vertreten. „Noch gibt es keinen Befall, er wird aber kommen.“ Der Nachtfalter ist zwar nicht für den Wald gefährlich, seine Raupen aber für Besucher und Bewirtschafter des Hasbruchs. Ihre weit fliegenden Brennhaare lösen schwere Hautreizungen und Atembeschwerden aus.
Das Thema Wald und Besucher hat Meier in den Monaten des Corona-Lockdowns mehr als einmal mächtig aufgebracht. Nur allzu oft hatten achtlose Spaziergänger den Wald zu ihrem persönlichen Freizeitpark gemacht, vermüllt und beschädigt. Das habe sich gebessert: „Dadurch, dass es wieder mehr Möglichkeiten gibt, etwas zu unternehmen, hat sich die Klientel geändert“, zeigt Meier sich erfreut. Es kämen wieder mehr Menschen, die die Natur zu schätzen wüssten.
