Hatten - Nach dem Rechtsanspruch auf den Kitaplatz kommt nun der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule. Ab 2025 gibt es den Betreuungsanspruch für Grundschulkinder: Fünf Tage die Woche, acht Stunden am Tag. Einschließlich eines verlässlichen Mittagsangebots und der Möglichkeit einer Ferienbetreuung.
Besser Teilhabechancen
Ziel ist, eine bessere individuelle Förderung, bessere Teilhabechancen für benachteiligte Kinder und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wichtige Ziele wie Nicole Angele und Bernhard Collin von der Hatter CDU finden.
Über 50 Prozent der Grundschulkinder gehen bundesweit bereits jetzt ganztägig in die Schule. Zwei Drittel aller Schulen sind bisher ganztägig organisiert. Untersuchungen des DJI (Deutsches Jugendinstitut) haben ergeben, dass der tatsächliche Bedarf 2025 bei 79 Prozent liegen dürfte.
Damit der Rechtsanspruch erfüllt werden kann, geht es um die Schaffung von 1,1 Millionen zusätzlichen Ganztagsplätzen in den Grundschulen, auch in Hatten müssen Ganztagsplätze geschaffen werden.
Der Bund treibt deshalb den Ausbau voran und fördert ihn mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro. „Das Geld ist allerdings nur für Investitionen in Räumlichkeiten und Gebäude an den rund 15|431 Grundschulen in Deutschland gedacht“ merkt Bernhard Collin an. Hinzu komme, dass die bestehenden Ganztagsschulen zum Teil den Rechtsanspruch nicht ganz erfüllen, da es noch Fehlbeträge zu den Soll-Öffnungszeiten und den Ferienzeiten gibt. Der Bund erwartet von den Ländern, dass sie die nötigen Finanzhilfen wie z.B. die jährlichen Personal- und Betriebskosten von 5,3 Milliarden Euro leisten.
Nicht allein die finanzielle Umsetzung ist problematisch. „Der Fokus darf nicht auf Beaufsichtigung gelegt werden“, sagt Nicole Angele. Wenn das Ziel einer qualitativ hochwertigen Bildung und Förderung an den Ganztagsschulen verfolgt werden solle, müsse das Augenmerk verstärkt auf die pädagogische Schulentwicklung und die multiprofessionelle Zusammenarbeit gelegt werden. Praktisch gesagt: „Dann gehört in eine Hausaufgabenbetreuung pädagogisches Personal“.
Wie soll das gehen, fragt sich die Hatter CDU. Deutschlandweit werde mit einem Personalbedarf von mindestens 100 000 pädagogischen Fachkräften gerechnet. Schon jetzt fehlten an den Grundschulen aber 26 000 Lehrerinnen und Lehrer. Auch der Markt für Erzieher ist leer gefegt. Es müssten Anreize geschaffen werden, so dass sich die Studenten vermehrt für die Grundschulen entscheiden, findet die CDU. Ideen dazu gebe es genug.
Mehrwert für Kinder
„Wir sind uns dessen bewusst, dass wir das auf Gemeindeebene nicht entscheiden können“ so die Hatter CDU. „Der Hinweis auf den dringenden Handlungsbedarf ist uns dennoch wichtig.“ Bernhard Collin und Nicole Angele fordern deshalb, dass der finanzielle Kraftakt auf Bund- und Länderebene geschultert wird, um die einzelnen Kommunen nicht mit den hohen Kosten zusätzlich zu belasten. Denn: Die Ganztagsschule müsse einen echten Mehrwert für die Kinder haben.
Die Ganztagsbetreuung an den Hatter Grundschulen ist auch Thema des Schulausschusses am Mittwoch, 17. März, 17 Uhr.
