Wildeshausen - Was kommt nach der Schule? Was will ich überhaupt werden? Diese Fragen stellen sich Jugendliche zum Ende ihrer schulischen Laufbahn hin oft – auch an der Hauptschule in Wildeshausen. „Die Berufswahl ist ein so wichtiger Schritt für die jungen Menschen. Wenn sie erstmal eine Ausbildung absolviert haben, läuft es in der Regel“, berichtet Schulleiter Dr. Andreas Everinghoff. Doch die passende Fachrichtung zu finden, falle vielen Schülern schwer. „Daher freuen wir uns sehr, dass das Projekt ‚Ausbildungspaten’ nun wieder auflebt.“
Ehrenamtliche gesucht
In Kooperation mit der Wildeshauser Freiwilligenagentur „Misch mit“ wirbt die Hauptschule für ehrenamtliche Ausbildungspaten, die die Schüler beim Übergang ins Berufsleben unterstützen. Seit 2009 gibt es das Projekt, seit 2015 gemeinsam mit „Misch mit“. Während Corona sei es allerdings kaum etwas möglich gewesen. „Jetzt bauen wir das Ganze wieder auf. Zehn Paten unterstützen uns schon, wir freuen uns über jeden, der noch dazu kommt“, wirbt Koordinator Bernard Werner für weitere Ehrenamtliche. Er sei froh, dass sich immer wieder Menschen finden, die in ihrer Freizeit andere unterstützen wollen.
Das Projekt „Ausbildungspaten“ unterstützt Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse in der Schule und beim Berufseinstieg. Die Paten stehen den Mädchen und Jungen mit Rat und Tat zur Seite.
Die Paten sind dabei keinesfalls auf sich alleine gestellt. Es finden regelmäßig Treffen statt, bei denen sich die Ehrenamtlichen austauschen und von den Erfahrungen anderer profitieren können.
Bei Interesse stellt die Freiwilligenagentur Kontakt zum Projektkoordinator Bernard Werner her. Zu finden ist die Agentur am Mühlendamm 1 , Wildeshausen, T. 04431/7483475 oder info@mischmit.org.
Bei den Hauptschülern sei das Interesse am Projekt groß. „Weil die Schüler selbst im Mittelpunkt stehen. Sie merken einfach, dass sie wichtig sind und dass ihre Zukunft wichtig ist“, beschreibt Fachlehrer Benjamin Timphus. Die Jungen und Mädchen seien dankbar für das Angebot und würden die Hilfe gerne annehmen. Auch in Klasse 8b seien die Schüler interessiert. „Sie sind noch vorsichtig, wissen aber um die Vorteile eines Ausbildungspaten. Man kann von dessen Kontakten profitieren oder Hilfe beim Bewerben erhalten“, sagt Klassenlehrerin Julia Bode. Auch in der Findungsphase könnten die Ehrenamtlichen als Bezugsperson zur Seite stehen.
Kontakt bleibt
„Man ist eine fremde Person, da muss man erstmal Vertrauen aufbauen“, erzählt Jürgen von der Rente von seiner Erfahrung als Pate. Drei Schüler hat er bereits begleitet, alle hätten auch über die Ausbildung hinweg Kontakt gehalten und ihn immer wieder um Rat gefragt. Ein Pate könne aus allen Berufsfeldern kommen, Alter und Geschlecht spielen keine Rolle. „Entscheidend ist, dass man den Schülern ein verbindliches Vertrauensverhältnis anbieten kann. Alles andere kommt mit der Zeit“, sagt von der Rente.
