Wildeshausen - Als Jörn Liebig im vergangenen Jahr bei der Firma Remondis eingestiegen ist, war nur ein Teil der zwölf Ausbildungsplätze besetzt. „Daher kam die Idee, dass wir auf die jungen Leute zugehen müssen. Und so sind wir hier gelandet“, erklärte der Mitarbeiter vom Standort Prinzhöfte beim Berufsinformationstag an der Hauptschule Wildeshausen.
Vernetzen und austauschen
Das Angebot für die Neunt- und Zehntklässler gibt es einmal im Jahr. Dabei sollen sie Ausbildungsberufe kennenlernen und sich vernetzen. „Der Vormittag soll auch dazu dienen, Hemmschwellen abzubauen und mit den Firmenvertretern ins persönliche Gespräch zu kommen“, sagte Sarah Lackmann, die den Tag vonseiten der Hauptschule organisiert hat. In drei Gesprächsrunden konnten die Schüler zunächst jeweils drei Firmen kennenlernen, für die sie sich am meisten interessieren. Anschließend bot der „Marktplatz“ noch die Möglichkeit, den Austausch zu vertiefen oder mit anderen der insgesamt 18 Firmen ins Gespräch zu kommen.
„Wir freuen uns, dass viele Firmen wie Hermes Systeme oder Famila schon seit Jahren dabei sind – aber auch, dass sich neue Arbeitgeber wie Grashorn, das Krankenhaus Johanneum oder Remondis vorstellen“, so Lackmann. Das sei nicht nur eine tolle Chance für Schüler, sondern auch für die Unternehmen.
„Wir setzen immer mehr auf die direkte Ansprache, um den Schülern auch zu zeigen, dass Remondis mehr ist als nur ein Entsorgungsunternehmen. Wir brauchen die Fachkräfte“, betonte Heiner Prieß-Albertzki. Es gebe kaufmännische und gewerbliche Berufe wie Berufskraftfahrer und Kfz-Mechatroniker. Zudem bestehe die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren. „Wir werben einfach für die berufliche Vielfalt, die es bei uns im Unternehmen gibt – und die Chance, uns als Arbeitgeber hier zu präsentieren, wollten wir uns nicht nehmen lassen“, so der Personalreferent. Die Gespräche mit den Wildeshauser Hauptschülern seien für beide Seiten sehr aufschlussreich gewesen, einige Schüler hätten sich direkt für Praktika beworben. „So muss es sein. Der Einstieg in den Beruf muss so wenige Hürden wie möglich haben“, betonten die beiden Mitarbeiter von Remondis.
Langfristig gebunden
Ähnliche Erfahrungen hat Udo Frommhold, Leiter des Wildeshauser Famila-Marktes, auch gemacht. „Die Schüler stellen in den kleineren Runden immer mehr Fragen und haben ernsthaftes Interesse“, berichtete er. In den vergangenen Jahren hätten sich durch den Berufsinformationstag oft Praktika, später Aushilfs-Möglichkeiten bis hin zu Ausbildungen ergeben. „Dabei hilft es, wenn man schon früh miteinander im Austausch steht“, so Frommhold.
