Hengsterholz - Zwischen Pampasgras, bunten Blüten, dünnem Draht und Ringen aus Metall verbringt Christina Hoffmann fast jeden Abend ein paar Stunden: Dann bindet sie Kränze mit Trockenblumen, die sie auf ihrem Instagram-Profil „zauber.blueten“ ihren knapp 2000 Followern zeigt und darüber auch verkauft.
Eigentlich wollte die 27-Jährige im Februar dieses Jahres nur einen Kranz für die Wohnung binden, in der sie gemeinsam mit ihrem Freund in Hengsterholz wohnt. Nachdem sie das Ergebnis in ihrem Status beim Messengerdienst WhatsApp geteilt hatte, kamen allerdings sofort die Nachfragen: „Kannst du mir auch einen machen?“
Als sie dann begann, Fotos ihrer Handarbeiten bei Instagram zu teilen, entwickelte sich alles sehr schnell: „Anfang Mai habe ich es als Kleingewerbe angemeldet“, erzählt Christina Hoffmann. Seitdem nähmen die Anfragen zu: „Ich merke wöchentlich, wie es mehr wird.“ So sitzt sie mittlerweile nach ihrem Vollzeitjob in der Buchhaltung abends noch zwei bis drei Stunden an den Kränzen, den Fotos und dem Beantworten von Anfragen. Seit drei Monaten gebe es kaum einen Tag, an dem sie keinen Kranz gebunden hat. „Wegen Corona hatte man ja eh Langeweile“, sieht sie es pragmatisch.
Dass die Nachfrage in diesem Jahr extrem gewachsen sei, bestätigte ihr auch ein Großhändler in Bremen, der einer von zweien ist, bei denen sie mittlerweile ihr Material kauft.
Läden abgeklappert
„Am Anfang habe ich die Blumenläden abgeklappert, und jeder hatte nur ein bisschen was“, erzählt sie. Im Großhandel sei es einfacher. Dass Trockenblumen wieder im Trend sind, liegt vor allem an Instagram, vermutet die 27-Jährige, denn viele Influencer leben es vor.
Während Christina Hoffmann anfangs vor allem Sofortverkäufe getätigt hat, bindet sie jetzt hauptsächlich individuelle Kränze auf Bestellung. Kreativ sein kann sie dabei trotzdem, denn viele Kunden wünschen sich beispielsweise nur eine bestimmte Farbe und lassen ihr ansonsten freie Hand bei der Gestaltung, erzählt sie.
Auch wenn sie selbst gern schlichte Kränze mag, freut sie sich immer, wenn jemand etwas Buntes bestellt, oder „wenn was ganz Spezielles reinkommt“, sagt Christina Hoffmann. „Ich freue mich immer, was Neues auszuprobieren.“ So hat sie auch schon Kränze für Hochzeiten, Anstecker für Bräutigame und Haarkränze für die Shootings einer Babyfotografin angefertigt. Zurzeit plane sie bereits für Weihnachten: Dafür hat sie jetzt Kerzenständer gekauft.
Andere kennengelernt
Schön findet sie nicht nur, wenn sie die glücklichen Gesichter ihrer Kunden sieht, sondern auch, dass sie durch Instagram andere kennengelernt hat, die dasselbe machen. „Und es gibt keinen Konkurrenzkampf, wir geben uns Tipps, wie man es besser machen könnte“, freut sich Christina Hoffmann über den guten Austausch untereinander.
Gemeinsam mit etwa 20 Frauen haben sie jetzt sogar eine Aktion geplant: Im September wollen sie sich treffen, gemeinsam Kränze binden und diese für einen guten Zweck versteigern.
