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Beachhandball-Weltmeisterschaft Hendrik Sander aus Harpstedt feiert WM-Titel auf Kreta

Julia Nikoleit

Heraklion/Harpstedt - Nachdem der Siegtreffer im Finale gefallen war, dauerte es einen Moment, bis Hendrik Sander die Tragweite begriffen hatte. „Ich habe im ersten Moment noch gar nicht gecheckt, dass wir gerade Weltmeister geworden sind“, schmunzelt der 30-Jährige nach dem Golden Goal. „Ich dachte erst: Okay, wir haben den Satz. Dann dachte ich: Warte, wenn wir den Satz gerade geholt haben, haben wir gewonnen. Und erst der dritte Gedanke war: Verdammt, wir sind Weltmeister.“

Seit 2020 Co-Trainer

Weltmeister: Selbst jetzt, sechs Tage nach dem Titelgewinn, kann Sander es noch immer nicht wirklich fassen. „Wenn man überlegt, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, dann ist das schon verrückt“, hält der Harpstedter fest, der auf eine beeindruckende Serie zurückblicken kann: Seit er Anfang 2020 als Assistenzcoach von Nationaltrainer Alexander Novakovic einstieg, sind die deutschen Beachhandballerinnen 17 (!) Pflichtspiele in Folge ungeschlagen. Das 2:0 (15:14, 22:20) im WM-Finale von Heraklion/Kreta gegen Spanien war die vorläufige Krönung. „Es war eins der spannendsten Spiele, die ich jemals im Beachhandball gesehen habe“, betont Sander. „Dennoch habe ich immer vollstes Vertrauen gehabt, dass wir den Sieg holen. Denn wir hatten immer Zugriff auf das Spiel und einen klaren Matchplan, den wir konsequent verfolgt haben.“

Die Grundlage für diesen Matchplan zu legen ist die Aufgabe von Sander, der bei den German Handball Awards 2021 als „Beachhandballer des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Der Co-Trainer ist für die Videoanalyse des Gegners zuständig. Drei bis vier Spiele – mindestens – guckt er sich von jedem Gegner an. „Es geht darum herauszufinden, wo die kleinen Fehler sind, die die anderen Teams machen – und dann versuchen wir, genau da reinzugehen“, verrät Sander.

Mit Erfolg: Bei der Weltmeisterschaft auf der griechischen Insel gab das deutsche Team nicht einen Satz ab – ein historischer Bestwert. Cheftrainer Novakovic, der die Mannschaft über die letzten Jahre aufgebaut hat, weiß die Arbeit seines Assistenten zu schätzen. „Hendriks Feinarbeit in der Spielvorbereitung ist ein riesengroßer Faktor für unseren Erfolg“, lobt er.

Detaillierte Videoanalyse

Was bringt Sander ein, das die Arbeit von Novakovic so erfolgreich ergänzt? „Ich sehe das Spiel immer noch als Spieler, ich sehe auch mich eher noch als Spieler, und das ist ein anderer Blick auf das Spiel“, beschreibt Sander, der bei den German Beach Open als Specialist für sein Team, die Nordlichter, aufläuft. Das kommt ihm auch bei der Videoanalyse zu Gute: „Ich bin da sehr detailverliebt.“

Mannschaftskollegen im Dienst für die Nationalteams

Nicht nur Hendrik Sander leistet erfolgreiche Arbeit für eine Beachhandball-Nationalmannschaft. Denn als der Harpstedter vor zweieinhalb Jahren das Amt des Co-Trainers bei den Frauen übernahm, trat er damit quasi in die Fußstapfen seines langjährigen „Nordlichter“-Mannschaftskollegen Marten Franke. Der Dötlinger war zu diesem Zeitpunkt schon Junioren-Nationaltrainer und ist inzwischen auch Cheftrainer der deutschen Männer ist. Nachdem Franke mit der U-18-Auswahl gerade erst Achter bei der Weltmeisterschaft geworden ist, steht vom 7. bis 10. Juli mit der EM-Qualifikation die Feuertaufe mit der A-Nationalmannschaft an.

An diesem Wochenende ist Franke mit den Männern bei der IHF Global Trophy in Danzig vertreten. „Ich bin sehr gespannt, was mich mit den Männern erwartet“, fiebert Franke den beiden Events entgegen. „Wir wollen uns in Danzig möglichst gut einspielen und unsere Automatismen finden, um eine gute Grundlage für die EM-Qualifikation zu schaffen.“ Für die Generalprobe in Polen steht in Linienspieler Matthew Wollin (HC Bremen) auch ein Spieler aus Wildeshausen im Aufgebot von Franke und Co-Trainer Erik Gülzow (Cloppenburg).

Dabei war die Entscheidung von Novakovic für Sander durchaus mit etwas Risiko verbunden. Zwar hat der leidenschaftliche Beachhandballer, der beim TV Neerstedt groß wurde, als Kapitän bei den „Nordlichtern“ seit der Gründung 2014 auf dem Spielfeld das Sagen und wurde auch schon Deutscher Meister. Doch echte Erfahrung an der Seitenlinie fehlte. „Meine Trainerkarriere ist eigentlich erst gestartet, als Alex mich im Dezember 2019 angerufen hat“, grinst Sander. „Ich habe daher auch erst einmal zwei, drei Wochen nachgedacht, ob ich zusagen soll. Dann habe ich mich dafür entschieden, denn so eine Chance bekommt man nicht noch einmal.“

Nächste Herausforderung

Auf den frisch gebackenen Weltmeister Sander wartet nun bereits die nächste Aufgabe: Am kommenden Donnerstag fliegt die Frauen-Nationalmannschaft nach Birmingham (USA) zu den World Games. „Wir haben uns schon vor dem Titel riesig darauf gefreut, aber als Weltmeister dorthin zu reisen, ist noch einmal eine Ecke cooler“, sagt Sander. „Wir sind unheimlich gespannt, was uns erwartet.“

Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren, in der vergangenen Wochen erhielt die Mannschaft die offizielle Ausstattung des „Team Deutschland“. „Es ist eine große Ehre, diese Klamotten zu tragen“, betont Sander. Sportlich halten Novakovic und Sander den Ball indes erst einmal flach. „Wir haben nach dem WM-Titel keinen Druck, dass wir unbedingt etwas gewinnen müssen – dennoch wissen wir natürlich, was wir können“, sagt er. Und gegen eine Verlängerung seiner goldenen Serie hätte der Harpstedter gewiss auch nichts einzuwenden....

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