Wildeshausen - Als Landsknecht mit Pike in der Hand führt der Wildeshauser Mathias Zarnoch Gäste durch seine Heimatstadt. Mit fundiertem Wissen und Humor geht der 57-Jährige in dem Ehrenamt als Gästeführer auf.

Zarnoch arbeitet als Vollzugsbeamter in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg und wollte mit der Übernahme eines Ehrenamtes eigentlich noch bis zur Pensionierung warten. Als er die Anzeige des Verkehrsvereins Wildeshausen, der dringend nach Gästeführern suchte, las, wollte er nicht mehr länger warten. Über die Freiwilligenagentur „Misch mit“ kam dann der Kontakt zustande.

Als Landsknecht tourt Gästeführer Mathias Zarnoch durch Wildeshausen.

Als Landsknecht tourt Gästeführer Mathias Zarnoch durch Wildeshausen.

Dem 57-Jährigen sei es wichtig, mittels Ehrenamt etwas an die Gesellschaft zurückzugeben und dennoch Zeit für seine Frau zu haben. So habe er früher sehr viel Zeit im Spielmannszug verbracht und sei deswegen zeitweise wenig zuhause gewesen. Das sei nun anders: „Ich bin maximal zwei Stunden unterwegs – an der frischen Luft – und dann bin ich wieder zuhause.“ Zwar bereitet sich der Wildeshauser vor jedem Termin vor und geht die historischen Fakten noch einmal durch, doch auch das bewege sich zeitlich im Rahmen.

Bei seinen Führungen gibt Zarnoch jedoch nicht einfach nur die Fakten wieder. Ihm sei es wichtig, dass die Leute auch Spaß haben. So lässt er den einen oder anderen Schwank einfließen, wie er sagt.

Sein Kostüm als Landsknecht, in dem er ab Samstag, 6. Mai, durch Wildeshausen führt, hat sich der Ehrenamtliche selbst ausgesucht. Dabei freut es ihn, eine Uniform gefunden zu haben, die die Farben Wildeshausens enthält.

Zarnoch ist laut Claudia Olberding vom Verkehrsverein Wildeshauser mit ganzem Herzen. Zudem sei er eine große Unterstützung für den Verkehrsverein. Weitere Gästeführer werden gesucht. Besondere Anforderungen gibt es nicht, da Ehrenamtliche eine Ausbildung – sowohl im Bereich Rhetorik als auch im Bereich Faktenwissen – erhalten können.

Luise Charlotte Bauer