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Museumsbahn „Jan Harpstedt“ Eisenbahnfreunde wollen Triebwagen in historischen Zustand bringen

Über den Verkauf des Triebwagens T121 freuen sich: (vorn von links) Harald Wrede (Geschäftsführer DHE) und Andreas Wagner (Vorsitzender DHEF) sowie (hinten von links) Carsten Finck (DHE), Uwe Dierks (stv. Vorsitzender DHEF), Henning Dierks (Fahrzeugwart DHEF), Stefan Cordes (Werkstattmitarbeiter DHEF) und Torben Kluwe (Werkstattmitarbeiter DHEF).

Über den Verkauf des Triebwagens T121 freuen sich: (vorn von links) Harald Wrede (Geschäftsführer DHE) und Andreas Wagner (Vorsitzender DHEF) sowie (hinten von links) Carsten Finck (DHE), Uwe Dierks (stv. Vorsitzender DHEF), Henning Dierks (Fahrzeugwart DHEF), Stefan Cordes (Werkstattmitarbeiter DHEF) und Torben Kluwe (Werkstattmitarbeiter DHEF).

Jana Budde

Harpstedt - Der Triebwagen T121 wechselt den Eigentümer: Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF) haben ihn zum 1. Januar der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) abgekauft. In den kommenden Jahren wollen sie ihn aufwendig aufarbeiten. Im Einsatz war der Triebwagen für die historische Kleinbahn „Jan Harpstedt“ schon seit mehr als 40 Jahren, jedoch immer gemietet.

Der T121, 1940 gebaut, gehörte zunächst der Butjadinger Eisenbahn. 1957 ging er in den Besitz der DHE über, die ihn im Güterverkehr einsetzte. Bis 1959 sei er dann erheblich umgebaut worden, erläutert Andreas Wagner, Vorsitzender der DHEF, bei der symbolischen Übergabe des Wagens: Unter anderem wurden stärkere Maschinen eingebaut und der Rahmen verstärkt.

Kosten sechsstellig

Seit 1978 wurde er bei der Museumsbahn eingesetzt, lange bevor 1992 die erste Dampflok angeschafft wurde. Schon seit Längerem wollten die DHEF ihn kaufen, doch bislang habe ihn die DHE „nicht rausgerückt“, sagt DHE-Geschäftsführer Harald Wrede schmunzelnd. Nun sei der Zeitpunkt passend gewesen: Die nächste Revision, die alle acht Jahre fällig ist, stehe an, die DHE habe das Geld nicht mehr.

Für einen niedrigen vierstelligen Betrag erwarben die Eisenbahnfreunde den Triebwagen. So günstig wird die Aufarbeitung nicht: Die Kosten dafür werden eher im sechsstelligen Bereich liegen, schätzt Wagner.

„Das Fahrzeug wird vollständig entkernt“, sagt er, und es soll in den historischen Zustand von 1959 zurückversetzt werden. Auf der vorerst letzten Tour hatte es noch einen Unfall mit dem Triebwagen gegeben: Ein Autofahrer hatte zu nah an einem Bahnübergang in Delmenhorst gehalten, sodass der Zug dagegen stieß. Verletzt wurde niemand.

Der Antriebsstrang wird an eine Fachwerkstatt gegeben, vieles anderes machen die Eisenbahnfreunde selbst. Für die Fahrgäste das Auffälligste werden die neuen Sitzbänke sein, die neu gepolstert und bespannt werden, sagt Wagner, sowie die neue Lackierung: Der Schriftzug „Jan Harpstedt“ wird dann nicht mehr zu lesen sein, da er historisch nicht dazugehört. Nicht historisch, aber dennoch erhalten bleiben einige Dinge, die der Sicherheit dienen, wie die Zugfunkanlage, sagt Henning Dierks, Fahrzeugwart bei den DHEF.

Förderung erhofft

Angelegt ist das Projekt auf vier bis fünf Jahre. Damit sie sich darauf konzentrieren können, haben sie alle anderen laufenden Großprojekte abgeschlossen, sagt Dierks. So stehe parallel nur die laufende Instandhaltung an.

Um die Kosten stemmen zu können, hoffen die Eisenbahnfreunde auf Förderungen. Erst einmal müsse aber die Untersuchung abgewartet werden, die derzeit läuft und ergeben wird, was genau alles gemacht werden wird. Mit einzelnen Punkten könne man sich dann um Förderungen bemühen, sagt Wagner.

Auch Spenden sind immer willkommen. Gerade erst an Heiligabend habe jemand anonym 1100 Euro gespendet, die für die Aufarbeitung des Triebwagens gedacht sind, freut sich Wagner.

Da es sich um ein so bekanntes Fahrzeug handelt, erhoffen sich die DHEF vermehrt Spenden: „Das Fahrzeug ist seit 1958 hier durchgehend im Einsatz“, betont Dierks. „Kein anderes Fahrzeug hat die Region zwischen Harpstedt und Delmenhorst so geprägt.“

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen
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