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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Hobbykoch ohne Hotline

04.06.2016

Am Sonntag ist großer „Familientag“ im Gewerbegebiet Westtangente in

Ganderkesee. Viele Unternehmen öffnen für die Besucher ihre Türen. Matthias Fleischer (48) ist mit seiner „Allianz“-Versicherungsagentur ebenfalls mit von der Partie. Wer aber nun glaubt, dass es hier „nur“ trockene Zahlen gibt, der irrt. Bei Matthias Fleischer gibt es Action pur.

Stündlich (ab 14 Uhr) werden die Kameraden der Freiwillige Feuerwehr Ganderkesee auf seinem Gelände demonstrieren, wie zum Beispiel mit einer Rettungsschere ein Auto aufgebrochen wird. Kinder dürfen einen Hammer in die Hand nehmen und bei diesem Auto kräftig zuschlagen. „Ich als Kind war, hätte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen“, lächelt Fleischer.

Er war nie ein Kind von Traurigkeit, denn wo Matthias war, da war immer etwas los! Nach der Schule ging es regelmäßig zum Fußballspielen. „Ich war zwar nie ein guter Spieler, aber dafür war ich immer der lustigste.“ Seine beiden älteren Brüder waren aktiv im Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Nach der jährlichen Weihnachtsfeier kamen beide immer mit einer großen Tüte Süßigkeiten nach Hause. Diese Verlockung konnte Matthias nicht widerstehen, und so trat er ebenfalls dem Jungendmusikzug bei. Doch die Karriere als Klarinettenspieler war schnell beendet.

Mit 18 Jahren besuchte er zum ersten Mal einen Büttenabend. Mit Freunden aus der männlichen Prinzengarde wurde anschließend kräftig gefeiert. Wie Matthias zugibt, dauerte diese Feier bis zum nächsten Tag um 12 Uhr. Während dieser Feier hatten ihn seine Freunde überredet, auch Mitglied der Prinzengarde zu werden. „Das waren wunderschöne zehn Jahre. Leider musste ich dann aus beruflichen Gründen aufhören“, blickt er zurück.

In der Schule war Matthias immer aufmerksam, wenn Sport oder Kunst auf dem Stundenplan standen. Viele seiner Kunstwerke waren an den Wänden seines Zimmers zu sehen. Sehr gerne wäre er Grafikdesigner geworden. Da es in diesem Beruf keine spezielle Ausbildung gab, machte er zunächst, auf Anraten seiner Eltern, eine kaufmännische Ausbildung bei der Versicherungsagentur von Klaus-Dieter Hoolt in Stenum. Sein Vater machte ihm das Angebot, in seiner Firma eine weitere Ausbildung zum Speditionskaufmann zu machen. Nach dieser Ausbildung blieb er einige Jahre im Unternehmen seines Vaters.

1999 erinnerte sich die „Allianz“ an den jungen und agilen Auszubildenden Matthias Fleischer. Das Unternehmen machte ihm das Angebot, eine eigene Agentur zu übernehmen. Da Matthias immer schon gerne auf eigenen Füßen stehen wollte, sagte er sofort zu. Zunächst hatte er sein Büro in Stenum.

Als er im Friseursalon Kühn kurz erwähnte, dass er seine Agentur nach Ganderkesee verlegen möchte, nahm ihn der Inhaber mit in das Obergeschoss. Rolf Kühn vermietete Fleischer die leer stehenden Räume der verstorbenen Schwiegereltern. Vor gut drei Jahren entschied sich Fleischer dann für ein eigenes Bürohaus, und dieses errichtete er an der Westtangente.

Bei unserem Gespräch strahlt Matthias übers ganze Gesicht, denn er fühlt sich nicht nur in den neuen Räumlichkeiten „pudelwohl“, auch sein Beruf macht ihm viel Spaß. „Respekt habe ich vor der Zukunft, wenn immer mehr Verträge via Bildschirm abgeschlossen werden“, erzählt er. „Meine Kunden sollen bei Schadensfällen keine Hotline anrufen, sondern darum möchten wir uns höchstpersönlich kümmern. Die Welt dreht sich weiter, ob wir wollen oder nicht. Nur bei der Geschwindigkeit, da mache ich mir Sorgen.“

Abschalten kann der Unternehmer bei seinen beiden Jungs Leon (18) und Jonas (13) und natürlich bei seiner Ehefrau Katja. Mit einem Schmunzeln erzählt mir Matthias, dass er zur ersten Verabredung mit Katja eine ganze Woche zu spät gekommen ist. Irgendwie muss er die Dame seines Herzens aber trotzdem überzeugt haben, dass er der beste Ehemann für sie ist.

Zu Hause liegt das Kochen in den Händen von Matthias. „Ich trinke sehr gerne Wein und habe auch meine eigenen Weinreben im Garten. Leider ist aus meiner ersten Ernte kein Wein, sondern Essig geworden“, lacht er. „Dieses Jahr hoffe ich aber auf einige edle Tropfen. Zum guten Wein gehört gutes Essen – und so bin ich irgendwie zum Kochen gekommen. Dazu gehören auch der Abwasch und das Aufräumen“, sagte er.

Matthias Fleischer,Leiter einer Versicherungsagentur in Ganderkesee

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