Hockensberg - Gegenwärtig laufen die Arbeiten zur Erschließung des interkommunalen Gewerbegebietes Wildeshausen-Nord in Hockensberg. Nach Angaben der Grünen sollen im Zuge der Verlegung der Kreisstraße 237 nun doch zwei schützenswerte Rotbuchen an der Iserloyer Straße Ecke Brakland gefällt werden. Das wollen die Grünen verhindern und verlangen Antworten von der Kreisverwaltung.
Gutachten abwarten
Neben einem Sachstandsbericht bittet die Kreistagsfraktion um Antworten in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses zu unter anderem diesen Fragen: Wird der Beschluss des Kreisausschusses, alle Bäume zu erhalten, in Gänze umgesetzt? Warum wird die neue Kreisstraße nicht so verschwenkt, dass alle Bäume erhalten bleiben und gleichzeitig der Verkehrssicherheit (Sichtdreieck) entsprochen wird?
Ein Protokoll einer fachlichen Begutachtung am 2. September zeigt, dass der Erhalt der zwei Buchen fraglich ist. Demnach seien sich ein Sicherheitsauditor, Vertreter des Landkreises Oldenburg sowie der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beim Ortstermin einig gewesen, dass die zwei Buchen aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssten. Der Baumsachverständige Helmut Titschack habe zudem auf ein Gutachten hingewiesen: Dies zeige, dass die erste Buche sich in einem „mittelschlechten Zustand“ befinde und „auf Grund der Verästelungen auch statisch beeinträchtigt“ sei. Titschack sehe laut Protokoll wegen der geplanten Baumaßnahmen keine Möglichkeiten für einen Erhalt. Im Namen der Gemeinde habe Bauamtsleiter Uwe Kläner die Bitte ausgesprochen, die zweite Buche zu erhalten. Dass die erste Buche gefällt werden müsse, habe er bestätigt. Nachdem der Landkreis eine Stellungnahme verfasst hat, werde entschieden, ob und welche Bäume gefällt werden, heißt es im Protokoll weiter.
Anlieger unzufrieden
Einer der Anlieger, die dem Ortstermin beiwohnten, war Bernd Voss. Seit Jahren gehört er zu den Personen, die sich für den Erhalt der Buchen einsetzen. Der Hockensberger ist unzufrieden: „Die neue Trasse der Straße ist bereits gebaut und damit der Sachzwang generiert, für ein Sichtdreieck Allee-Bäume zu fällen. Punktum. Alternativen in der Trassenführung, um die Bäume aus dem Sichtdreieck zu bekommen: Fehlanzeige. Alternativen zum Beispiel durch Verkehrsspiegel, um die Einsehbarkeit ohne Baumfällungen zu gewährleisten: Fehlanzeige. Bereitschaft, entsprechende Vorschläge ernsthaft zu prüfen: Fehlanzeige.“
