Hockensberg - Wer am Dienstag von der Bundesstraße 213 auf die Iserloyer Straße (K 237) Richtung Hockensberg abgebogen ist, dem dürften zwei Stapel an abgesägten Bäumen aufgefallen sein: Die Rodungsarbeiten zwecks Erschließung des geplanten interkommunalen Gewerbeparks Wildeshausen-Nord haben begonnen.
Ankündigung im Rat
Anfang Oktober hatte Bürgermeister Ralf Spille im Rat mitgeteilt, dass die ersten Bäume im November fallen könnten. Die Rodungsarbeiten, die nun Mitte Dezember angefangen haben, kamen offenbar doch überraschend für die Anlieger: Die Arbeiten hätten am Vormittag begonnen, „wir wurden aber nicht informiert“, beklagt Marcus Martens, Vorsitzender des Heimatvereins Hockensberg. Marianne Bernhard-Beeskow von der Naturschutzbund (Nabu)-Ortsgruppe Wildeshausen-Dötlingen habe das Wichtigste vor Ort geklärt, „so dass keine unwiederbringlichen Fakten geschaffen wurden“, sagte Martens erleichtert. Auch mehrere Anlieger seien hinzugekommen.
Die Fällung einer Kastanie an der Kreuzung K 237/Rahmannsweg/Brakland wurde durch einen protestierenden Landwirt verhindert, berichtete Dötlingens Bauamtsleiter Uwe Kläner. Der Landwirt versperrte mit seinem Trecker den Weg. Baumexperte Helmut Titschak hatte Anfang Dezember bei seiner Begutachtung des Baumes und der Wurzeln festgestellt, „dass der Baum gefällt werden muss“, so Kläner. Das habe auch mit der Verlegung der Kreuzung zu tun, um die Buchenallee zu schützen.
Behörde informiert
Seit Jahren versuchen Anlieger, Nabu und Heimatverein, die Buchen an der Iserloyer Straße vor der Fällung wegen der Erschließungsarbeiten zu bewahren. Laut Kläner steht derzeit noch bei zwei Buchen die Klärung aus. „Ziel ist es, beide zu erhalten. In einem Fall ist es aber fraglich.“
In der Südspitze des Gebiets (Kreuzung Brakland/B 213) sollten mit einem Spezialbagger Bäume gefällt werden. Dort befindet sich allerdings eine Schneeglöckchenkultur, die unter Schutz steht und umgesiedelt werden soll. Das Problem laut Kläner: Die Fläche sei vorab nicht genau ausgemessen worden. Aktuell wisse daher niemand genau, wo die Knollen im Erdreich liegen.
Nabu-Vertreter informierten die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises – diese stoppte die Arbeiten. Nun wird abgewartet, bis die Schneeglöckchen sich blicken lassen – je nach Witterung Ende Januar/Anfang Februar. Dann könnten sie ausgebuddelt und umgebettet werden, bevor der Bagger zu den weiteren Rodungsarbeiten ansetzt.
