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Hörakustiker aus Sandkrug als Entwicklungshelfer Warum Ole Günther seinen Urlaub für Nepal opfert

Ole Günther (rechts) zeigt Mitarbeitern des Gehörlosenzentrums in Siraha, wie Hörgeräte justiert werden.

Ole Günther (rechts) zeigt Mitarbeitern des Gehörlosenzentrums in Siraha, wie Hörgeräte justiert werden.

privat

Sandkrug/Siraha - Kommt das Gespräch auf Nepal, dann zeigt Ole Günther eindrucksvolle Bilder von Natur und Dörfern. Doch das Leben in dem asiatischen Land hat auch eine andere, überraschende Qualität. „Es ist dort unglaublich laut – sogar in den ländlichen Bereichen“, sagt er.

In seinem Alltagsjob kümmert sich der 30-Jährige in Sandkrug um Menschen, damit sie weiter gut hören können. Der Mitarbeiter der „Hörwerkerei“ an der Bahnhofstraße ist Hörakustiker von Beruf. In seiner Freizeit engagiert er sich, damit auch die Menschen in Nepal eine Chance auf ein besseres Leben haben. Tausende Kilometer hat er seit 2016 auf seinen Reisen zurückgelegt und ist weiter hoch motiviert. „Man macht schließlich etwas Gutes und lernt dabei auch die Welt kennen.“

Ortswechsel: In Siraha, elf Stunden Fahrtzeit im Auto von der Hauptstadt Kathmandu entfernt, ist mit großer Unterstützung der Eine-Welt-Gruppe Wardenburg und allen voran der 2020 verstorbenen Sandkrugerin Cordula Rau und deren Vater Adolf Rau ein Gehörlosenzentrum entstanden. Hier erhalten die Menschen Hilfe und mit etwas Glück auch das passende Hörgerät.

Lautes Landleben

Der Bedarf ist groß, und das wundert den Fachmann nicht. „Selbst nachts ist überall laute Musik zu hören. Das ist fast wie ein Wettkampf der Dörfer.“ Viermal war er mittlerweile in dem asiatischen Land zwischen Indien und China. Jedes Mal reiste in seinem Gepäck auch wertvolle Technik mit: Hörgeräte, Ohrtrichter, mal auch gebrauchte Notebooks und Messgeräte zur Untersuchung der Ohren.

Jetzt gehe es darum, die Mitarbeiter in Siraha so zu schulen, dass diese die Hörsysteme vor Ort maßgeschneidert an die Bedürfnisse der Patienten anpassen könnten auch ohne, dass Fachleute aus Deutschland vor Ort seien. „Die meisten Menschen, die in das Behandlungszentrum kommen, leiden unter starken Hörverlusten“, sagt der Sandkruger. Hörgeräte wie in westlichen Ländern seien aber kaum verbreitet. „Die bleiben für die meisten unerschwinglich.“

Mit Unterstützung einiger Akustiker in Norddeutschland, dem Eine-Welt-Laden Oldenburg und der Eine-Welt-Gruppe Wardenburg hat sich dennoch seit Mitte der 1990er Jahren einiges zum Guten entwickelt. Neben der Klinik gibt es ein Internat, das sich um die Bildung junger Menschen kümmert und auf mittlerweile 130 Schüler angewachsen ist.

Pläne für 2024

Konkrete Pläne für 2024 hat der Sandkruger schon. Im Frühjahr will Ole Günther erneut nach Nepal aufbrechen. Sein Ziel: Um Siraha unabhängiger von Spenden aus Deutschland zu machen, möchte er in der Stadt Patna (Indien) zusätzliche Bezugsquellen für Hörgeräte ausfindig machen. Er selbst gibt dafür wieder seinen Urlaub her. Sein Arbeitgeber unterstützt das Vorhaben zusätzlich durch eine finanzielle Spende.

Nepal ist nicht das einzige Land, das von Deutschland aus mit Hörgeräten versorgt wird. Ein weiteres Hilfsprojekt läuft für die Region Aleppo in Syrien. Wer das unterstützen möchte, kann sich sowohl an die „Hörwerkerei“, Bahnhofstraße 33 in Sandkrug, oder auch an den Eine-Welt-Laden, Oldenburger Straße 258 in Wardenburg, wenden.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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