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Vielseitigkeits-Europameisterschaft Wie Linus Richter seinen bislang größten Erfolg erlebt hat

Höven - Einige aufregende Wochen liegen hinter Linus Richter vom RV Höven. Bereits Ende Juni startete der Reitsportler bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Luhmühlen in der Vielseitigkeit. Dort gewann er in der Altersklasse Junge Reiter mit seiner zehnjährigen Oldenburger Stute Rayja die Bronzemedaille.

Starke Saisonleistungen

„Insgeheim war eine DM-Medaille in diesem Jahr schon mein Ziel“, erzählt der 21-Jährige, um mit einem unüberhörbaren Schmunzeln zu ergänzen: „Ich dachte, dies würde auch das Saisonhighlight bleiben – aber es wurde ja noch besser.“ Denn kurz nach der Jugend-DM erfolgte die Nominierung für die Vielseitigkeits-Europameisterschaft im britischen Hartpury. Auch der Name Linus Richter stand auf dem Zettel von Bundestrainer Frank Ostholt. „Natürlich hatte ich ein wenig damit geliebäugelt“, gesteht der Hövener. „Dass es dann wirklich geklappt hat, ist überragend.“

Mit zahlreichen guten Ergebnissen – unter anderem ein internationaler Sieg in den Niederlanden – hatte Richter allerdings auch schon im Vorfeld nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. „Meine Leistungen waren konstant gut“, bilanziert Richter – die erstmalige Nominierung für eine EM der verdiente Lohn.

Lange Reise gut verkraftet

Ende Juli ging schließlich die Reise mit der deutschen Vielseitigkeits-Equipe in die kleine Gemeinde Hartpury nördlich von Gloucester. „Das war schon eine ordentliche Reise mit einem langen Transport für unsere Pferde“, berichtet der Hövener. Doch seine Oldenburger Stute schien diese Strapazen locker wegzustecken, präsentierte sich bereits beim „Vet-Check“ in blendender Verfassung und bestätigte diesen Eindruck auch während der Dressur. Das Duo aus Höven meisterte die erste Teilaufgabe bravourös und nahm in der Einzelwertung Platz sechs unter 47 Teilnehmer ein. Die deutsche Mannschaft – bestehend aus Libussa Lübbeke (Wingst), Paula Reinstorf (Neustadt), Calvin Böckmann (Warendorf) sowie Linus Richter – setzte sich sogar an die Spitze des Feldes.

Pech im Gelände

„Im Gelände hatten wir dann leider etwas Pech“, fasst der Hövener die zweite Prüfung zusammen. Durch einen Sturz Böckmanns rutschte die Mannschaft hinter den Briten auf Platz zwei ab. Im abschließenden Springen blieben Linus Richter und seine Teamkollegen aber ohne Fehler. Um die Gastgeber zu verdrängen, reichte es zwar nicht mehr ganz – aber die Silbermedaille vor Irland und Frankreich war ihnen nicht mehr zu nehmen.

„Größtes Highlight meiner Karriere“

„Das war das größte Highlight und auch der größte Erfolge meiner Karriere. Mein Pferd hat zum richtigen Zeitpunkt die Bestleistung abgerufen“, bilanziert Richter, der die Einzelwertung auf dem achten Platz abschloss und damit total zufrieden war. Zumal es für ihn aus Altersgründen auch das letzte U-21-Championat war. „Klar: Rückblickend wäre vielleicht sogar noch etwas mehr gewesen. Aber wir sehen es schon so, dass wir Silber gewonnen und nicht Gold verloren haben“, ergänzt der Hövener. Das bestätigt auch der Bundestrainer: „Unsere Reiter haben überzeugende Leistungen erbracht. Ich bin stolz auf alle“, so Ostholt.

Während Richter aktuell einige Turniere mit jungen Pferden angehen möchte, genießt Rayja erstmal eine kleine Wettkampfpause – die sie sich nach diesen aufregenden Wochen auch verdient hat...

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)
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