Höven/Wüsting - Während ihre Freundinnen an den Wochenenden gerne länger im Bett liegen bleiben, kann Feline Schierhold nicht so oft ausschlafen. Wenn für die 14-Jährige Reitturniere anstehen, klingelt der Wecker in der Regel früher – manchmal sogar mitten in der Nacht. Wie ihr Alltag aussieht, wenn ein Turnier ansteht, erzählt sie anhand ihres letzten Starts bei den Urban ClassX in Wüsting.
Die Vorbereitung
Diesmal kann Feline verhältnismäßig lange schlafen. „Die Prüfung fängt erst um 11 Uhr an“, lacht die junge Reiterin des RV Höven, die an diesem Tag für ein Punktespringen in Wüsting genannt hat. Für ein Vielseitigkeitsturnier habe sie aber auch schon mal um halb vier aufstehen müssen. Probleme bereitet ihr das jedoch nicht. „Wenn der Wecker einmal klingelt, stehe ich auch auf“, lacht Feline. 9 Uhr sei jetzt eine „gemütliche“ Zeit und reicht, um in Ruhe zu frühstücken, die Turnierkleidung rauszusuchen – und natürlich ihr Pony Mary Poppins zu begrüßen. „MaPo“ wird danach geputzt und auf den Anhänger geladen. „Das geht relativ schnell bei uns, auch weil meine Eltern sehr hilfsbereit sind“, erzählt Feline.
Die Anreise
Da nur eine Begleitperson mitkommen darf, fährt diesmal ihr Papa Hajo Schierhold mit zum Turnier. „20 Minuten über die Autobahn, 30 Minuten über Land“, kennt Feline die möglichen Strecken von Höven nach Wüsting aus dem Effeff. Es ist nicht ihr erster Start dort, wird aber vorerst der letzte sein – denn bei den folgenden Turnieren sind Amateurreiter nicht mehr startberechtigt. Eine Tücke der Corona-Verordnungen. „Das ist natürlich schade“, bedauert Feline später. Die Anfahrt verläuft ansonsten unkompliziert: Ihr Pony frisst auf dem Anhänger etwas Heu, und die Reiterin nutzt die Fahrzeit, um sich schon einmal Stiefel, Jacke und Jacket anzuziehen.
Am Veranstaltungsort
Nach ihrer Ankunft geht Feline direkt in die Reithalle, um den Parcours zu begutachten. Von Nervosität keine Spur. Danach geht es zurück zum Fahrzeug – „MaPo“ wird vorbereitet. Getrenst, gesattelt und mit gesteckter Kopfnummer geht es in das Abreitezelt. Ein paar Sprünge, lockerer Galopp, Geraden reiten und Schritt halten sind die wichtigsten Elemente für das „Warm-Up“ des Ponys. „Es ist genauso wie bei Sportlern, die sich ja auch aufwärmen“, erklärt Feline.
Die Prüfung
Das zwölfjährige Pony startet mit frischem Galopp, phasenweise muss Feline ihren Sportpartner im Elan bremsen. Bis zum letzten Sprung geht alles gut, dann leistet sich „MaPo“ ausgerechnet am Joker einen Abwurf. „Beim Punktespringen sammelt man an bestimmten Hindernissen Punkte – der Joker bringt am meisten“, erklärt Feline später. Auch wenn es ansonsten ein sehr rhythmischer und flüssiger Ritt ist, fehlen am Ende die Joker-Punkte zu einer Platzierung. „Der Parcours hat trotzdem Spaß gemacht. Die Wendungen und Abkürzungen haben so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte, und die Zeit war auch gut. Leider war da der letzte Sprung“, analysiert die 14-Jährige hinterher.
Abreiten und Abreise
Aus dem Parcours geht es noch einmal in das Abreitezelt. Feline lässt „MaPo“ ein paar Runden austraben – „damit es runter kommt“, erklärt die Hövenerin. Danach geht es für das Pony zurück auf den Hänger. Eine längere Nachbesprechung zwischen Vater und Tochter ist in der Regel nicht notwendig. „Ich blicke meistens direkt nach vorne auf die nächsten Aufgaben“, sagt Feline und hofft, dass sie bald wieder in Wüsting starten darf.
