Hoyerswege - Der „Hof Hoyerswege“ ist verkauft: Seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres ist Ludwig Logemann der neue Eigentümer. Der 49-jährige Investor hat viele Ideen für das traditionsreiche Gelände an der B 213, auf dem sich unter anderem Hotel, Restaurant, Kegelbahn und Schützenhalle befinden.
Zum Kauf kam es eher durch Zufall, erzählt der Ganderkeseer. Der ehemalige Besitzer, Uwe Schwager, habe ihn gefragt, ob er Interesse hätte. „Ich möchte ruhiger treten“, bestätigt Schwager. Bereits vor etwa vier Jahren hatte er die Tankstelle auf dem Areal verpachtet und sich auf das Anhängerzentrum konzentriert, während sich seine Frau Veronika um den Hotelbetrieb gekümmert habe.
Blockhäuser für Gäste?
„Das lief sehr gut, es ist sehr gut besucht“, betont Uwe Schwager. Vor allem Monteure seien oft Gäste in dem Drei-Sterne-Hotel, das auch gerade renoviert worden sei: Die Bäder und Zimmer – 21 an der Zahl – seien neu gemacht worden, erzählt Schwager.
Dabei wird es der neue Eigentümer aber nicht belassen. Die Ruhepause durch den Lockdown möchte Ludwig Logemann für die Renovierung nutzen. Als Erstes nimmt sich Logemann den Parkplatz vor: Die linke Seite, vor dem Hotel, wird gepflastert. Auch die Fassade soll wieder in „neuem alten Glanz erstrahlen“. Wichtig sei Logemann, dass die Tradition erhalten bleibt. Daher sollen der Name sowie der Ganter, der auf einem Schild noch zu sehen ist, bleiben. Das chinesische Restaurant „Mongolei“, das seit 2012 im Gasthaus eingepachtet ist, wird ebenfalls weiter für Gäste da sein.
Für die angrenzende Schützenhalle mit Schießstand – der bereits abgerissen wurde – könnte Logemann sich eine private Nutzung vorstellen, für Feiern beispielsweise, oder sie könnte für die Anhängervermietung genutzt werden. Die Kegelbahn wird allerdings ebenfalls abgerissen. „Die Zeiten sind einfach vorbei“, sagt Logemann. Ihm schwebt vor, an der Stelle kleine Blockhäuser zu errichten, „für Feriengäste oder Monteure, die sich wochenweise einrichten wollen“, sagt er – vielleicht auch mit einer kleinen Veranda, auf der Gäste grillen können. Dafür laufe eine Bauvoranfrage.
In den Räumen der Kegelbahn habe er eingerahmte Autogramme gefunden, von ehemaligen Politikern und Prominenten wie Sarah Connor. „Die sind Teil der Geschichte des Hofes“, findet Logemann, und möchte sie daher in den Eingangsbereich des Hotels hängen.
Start wohl im Sommer
Wie weit diese Geschichte zurückreicht, zeigen alte Bilder, auf denen noch Pferde vorm Hof angebunden sind, erzählt Logemann. Diesen gebe es bereits seit 1856. Es sei die letzte Raststätte vor Bremerhaven für Auswanderer gewesen. Das Hotel sei dann 1972 gebaut worden.
Für den Neustart peilt Ludwig Logemann Sommer bis Spätsommer dieses Jahres an. Einen erfahrenen Betreiber für das Hotel habe er bereits gefunden, den Namen möchte er noch nicht nennen. „Da hatte ich ein Riesenglück!“ Der Ganderkeseer sieht das Projekt als eine Art „sportliche Herausforderung“ und freut sich darauf, etwas auf die Beine zu stellen.
