Ganderkesee/Neu-Holzkamp - „In diesem Jahr ist es besonders schlimm“, sagt Liane Wempe, die zusammen mit ihrem Ehemann Markus Wempe den Erdbeer- und Spargelhof Wempe in Neu-Holzkamp führt. Die Betreiber haben in diesem Jahr besonders mit Dieben zu kämpfen, die Erdbeeren von ihren Feldern stehlen. Aber nicht nur vor den Früchten machen Diebe keinen Halt. Auch einen Fleece-Überzug für Strohballen haben Unbekannte jüngst mitgehen lassen.
Dass in der Erdbeersaison Früchte von den Feldern des Hofes geklaut werden, ist nicht erst seit diesem Jahr so. Den Grund vermutet Landwirtin Liane Wempe darin, dass die Felder mit ihrer Nähe zum Kreisel an der Wildeshauser Landstraße (B 213) zentral gelegen sind. „Das kann natürlich zum Klauen verleiten“, sagt sie. Doch in diesem Jahr ist sie schockiert: „Das Ausmaß ist echt extrem geworden.“ Selbst, wenn Diebe von ihrem Mann auf frischer Tat ertappt würden, seien sie nicht zu stoppen, erklärt sie. „Wenn wir sie ansprechen, werden sie ausfällig und teilweise sogar handgreiflich.“
Polizei ermittelt
Einen noch größeren Sachschaden habe aber ein Raub verursacht, der sich erst zu Beginn dieser Woche zugetragen haben muss, erklärt die Landwirtin. Eine Fleece-Bedeckung im Wert von rund 800 Euro, die Strohballen vor Nässe schützt, war am Dienstagmorgen verschwunden. Wempe: „Mein Mann und ich waren noch am Montagabend auf dem Feld, da war sie noch da.“ Statt der Fleece-Bedeckung fand Markus Wempe jedoch Reifenspuren vor, die auf einen Geländewagen hindeuten. „Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass wir den Diebstahl anzeigen wollen“, sagt Liane Wempe. Vor Ort hat sich die Polizei ein Bild gemacht und die Ermittlungen eingeleitet.
Nicht nur den Diebstahl der Fleece-Bedeckung wollen die Landwirte nun verfolgt sehen. Auch den Erdbeer-Dieben wollen sie künftig das Handwerk legen.
Bewachung der Felder
Aus diesem Grund lassen Liane und Markus Wempe ab sofort ihre Felder von einer Privatperson überwachen. Diese soll sich dann die Auto-Kennzeichen mutmaßlicher Diebe notieren. „Sie soll sich aber keinesfalls in Gefahr bringen“, sagt Liane Wempe mit Nachdruck. Sollte sich die Situation trotz der Bewachung nicht bessern, sehen sich die Landwirte dazu gezwungen, eine Sicherheitsfirma zu beauftragen.
