Hohenböken - Vom Kuhstall zum Landcafé und vom Landcafé zur Wellness-Oase: Das alte Bauernhaus der Familie Loewenstein am Nordenholzer Weg 13 in Hohenböken hat abermals einen neuen Nutzungszweck. Wo noch bis November vorigen Jahres Torte serviert wurde, werden heute Finger- und Fußnägel aufgehübscht – aus dem „Landcafé Loewenstein“ ist „Nageldesign Loewenstein“ geworden.
„Als der Umbau begann, fühlte es sich erstmal eigenartig an“, sagt Hilde Loewenstein. „Aber es ist toll, dass es weitergeht!“ 15 Jahre lang hatte Hilde Loewenstein das Café selbst betrieben, bevor sie es aus gesundheitlichen Gründen verpachtete. Ihre Nachfolgerin beschloss nach fünf Jahren, ihren Pachtvertrag nicht zu verlängern – das Aus für das Landcafé, aber auch die Chance für einen Neubeginn.
Schwiegertochter Bianca Loewenstein nutzte sie. Rund ein halbes Jahr lag baute Ehemann Sven Loewenstein, von Beruf Tischlermeister, das alte Bauernhaus für den neuen Nutzungszweck um. Seit vier Wochen arbeitet die Nageldesignerin nun in den neuen Räumen, die ihr ungewohnte Möglichkeiten bieten. 2015 hatte sich die dreifache Mutter zu Hause in Hude in einem knapp zweieinhalb Quadratmeter großen Badekarren selbstständig gemacht. „Es war etwas Besonderes“, blickt die 42-Jährige zurück. Dennoch fühle es sich gut an, nun mit mehr Bewegungsfreiheit arbeiten zu können.
Die neue Umgebung gefalle auch den Kunden, berichtet Bianca Loewenstein. „Alle sind total begeistert vom ruhigen Ambiente.“ Der Badekarren, in dem alles begann, soll später ebenfalls noch zum neuen Standort umziehen. Und nicht nur er – auch weitere Mieterinnen wollen Räume im ehemaligen Landcafé beziehen.
Ab dem 1. Juni wird Melissa Stöß, die mit „Mely’s Thai Massage“ bislang ebenfalls in Hude ansässig ist, in Hohenböken massieren, und ab dem 16. Juli bietet Elke Morisse am Nordenholzer Weg Fußpflege und Fußreflexzonenmassage an. Ihren bisherigen Nebenerwerb macht die Physiotherapeutin aus der Gemeinde Berne dann zum Hauptjob. „Ich werde aber weiterhin auch Hausbesuche anbieten“, betont Elke Morisse.
Für Bianca Loewenstein hat unterdessen die Arbeit in den neuen Räumen bereits begonnen. Dass der Neustart ausgerechnet in die Corona-Zeit gefallen ist, nimmt die sie gelassen. „Die hygienischen Maßstäbe waren bei mir auch vorher schon hoch“, sagt die 42-Jährige. Wer zu ihr kommt, muss seine Hände desinfizieren und Mund-Nasenschutz tragen. Zudem steht jetzt eine Schutzscheibe zwischen der Nageldesignerin und ihren Kundinnen.
Schwiegermutter Hilde kann derweil ohne Schutzmaske arbeiten: Sie ist wieder in ihrem erlernten Beruf tätig und betreibt direkt nebenan eine Änderungsschneiderei.
