Hude - „Es fehlen einem die Worte“, sagt Axel Schwirtz. Der Huder Apotheker wollte den Kunden helfen, deren Nachfrage nach „Mundschutz“ er derzeit aufgrund von Lieferengpässen nicht nachkommen kann. Und er wollte eine Inhaberin eines Huder Nähladens, die zurzeit nicht öffnen darf, unterstützen. Sie produziert sogenannte Mund-Nasen-Abdeckungen (MNA) in Handarbeit, die in der Flores-Apotheke für sieben Euro das Stück verkauft werden. Die NWZ berichtete darüber. Und prompt habe es eine Anzeige bei der Apothekenaufsicht gegeben, so Schwirtz.
Anzeige gegenstandslos
Es sei behauptet worden, dass in der Flores-Apotheke ein Verkaufsstand für den Direktvertrieb von Mund-Nasen-Abdeckungen aufgebaut worden sei. Die Apothekenaufsicht habe daraufhin umgehend die Flores-Apotheke zur Überprüfung der Einhaltung der Apothekenbetriebsordnung kontaktiert.
„Da die Mund-Nasen-Abdeckungen allerdings von dem pharmazeutisch ausgebildeten sowie geschulten Personal der Flores-Apotheke rechtmäßig gekauft und an die Huder weiterverkauft werden, lag eine Verletzung der Apothekenbetriebsordnung selbstverständlich nicht vor, und die Anzeige erwies sich als gegenstandslos“, sagt Axel Schwirtz.
Der Apotheker ärgert sich maßlos, dass in diesen Zeiten, wo alle am Limit arbeiteten und auch schnell umsetzbare Ideen nötig seien, solche Behauptungen in die Welt gesetzt würden. Die Anzeige habe weder Hand noch Fuß gehabt. Das sei eine „reine Schikane für die betroffene Apotheke“, schimpft Schwirtz. „Es wurde wissentlich die medizinische Versorgung der Huder sabotiert, ohne Rücksicht auf Verluste“.
Begriffsbestimmung
Die Frage einer Mundschutzpflicht werde in der Politik, in Expertenkreisen und auch in der Bevölkerung gerade heiß diskutiert. Hierbei sei allerdings eine Abgrenzung der Begriffsbestimmung aus rechtlicher Sicht zwingend notwendig, erklärt der Apotheker: „Der Begriff Mundschutz wird zurzeit nämlich synonym benutzt, dabei muss hier klar differenziert werden. So handelt es sich bei dem ,Mundschutz’ um ein Produkt, welches bestimmte hohe Qualitätsmerkmale erfüllen muss, welche im Medizinproduktgesetz exakt vorgegeben sind. Neben derartigen hohen Anforderungen an das Medizinprodukt regelt das Gesetz zudem den Vertrieb, den Schutz vor Risiken und Sanktionen.“
Kein Medizinprodukt
Nicht unter das Medizinproduktgesetz falle hingegen die sogenannte Mund-Nasen-Abdeckung (MNA), die ebenfalls so gefragt sei wie der medizinische Mundschutz. Ein Grund für die hohe Nachfrage nach MNA sei das solidarische Verhalten in der Bevölkerung.
Solidarisches Verhalten
„Zum einen wollen die Menschen sich selbst und zum anderen gleichzeitig ihre Mitmenschen schützen“, so Schwirtz. Das sei zu begrüßen. Deshalb habe er die Idee aufgegriffen, diese selbst genähten Masken im Laden anzubieten, um der täglich steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Und die Nachfrage sei enorm. „Unsere Lieferantin kommt kaum nach“, so Schwirtz.
