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Buchautor aus Hude „Es ist unheimlich schön in Nigeria“

Hude - Er war gerade dabei, ein Buch über seine Weltreise zu schreiben, als er 1995 ein Jobangebot in Nigeria bekam. 25 Jahre später kehrte Herbert Hoddow in seinen Geburtsort Hude zurück. Jetzt hat der 66-Jährige sein zweites Buch veröffentlicht. Es ist angelehnt an die ersten fünf Jahre, die er in dem afrikanischen Land gelebt hat.

Das Buch ist 480 Seiten stark und trägt den provokanten Titel „The Fucking Paradise“, grob übersetzt „Das verdammte Paradies“. Dazu sagt Hoddow im Gespräch mit unserer Redaktion: „Es ist unheimlich schön in Afrika, gerade in Nigeria. Aber es gibt immer auch Rückschläge und negative Erlebnisse.“

Unsichere Lage

Milizen und Warlords machen das Land unsicher. Viele seiner Freunde seien entführt worden, erzählt Hoddow. Auch er habe immer Sorge um seine Sicherheit gehabt. Viele Weiße hätten in Hochsicherheitscamps gelebt, er sei einer der wenigen gewesen, die in der Stadt wohnen blieben. Irgendwann kaufte er sich ein kugelsicheres Auto. „Heute möchte ich nicht mehr dort leben“, sagt Hoddow. Die Lage sei noch unsicherer geworden.

Das Buch enthält aber nicht nur lebensbedrohliche Geschichten, sondern auch lustige, kuriose und informative. Es handelt von den Eskapaden eines Oyibos, eines weißen Mannes, der sich plötzlich in einem anderen Umfeld wiederfindet. Ihm sei es wichtig, „Afrika ein Gesicht zu geben“, sagt Hoddow, und zu schildern, wie die Leute dort ticken.

Nigeria sei faszinierend, dort würden mehr als 200 verschiedene Sprachen gesprochen. Die Menschen seien offenherzig. „Die Lebensfreude ist wesentlich größer als bei uns.“ Das Afrikabild, das häufig über die Medien vermittelt werde, entspreche nicht den tatsächlichen Gegebenheiten.

Gelebt hat Hoddow in Port Harcourt, einer Millionenstadt. Er schloss dort enge Freundschaften, mit Nigerianern, aber auch mit Amerikanern und Europäern. Es sei wie eine Familie. „Es ist egal, woher man kommt“, sagt Hoddow. Zunächst arbeitete er als Angestellter einer internationalen Spedition. 1999 machte er sich mit einer eigenen Firma selbstständig und beschäftigte rund 20 Mitarbeiter.

Öl-Cowboys

Wie der Titel „The Fucking Paradise“ andeutet, müsse man sich auf derbe Sprache an manchen Stellen des Buches gefasst machen, sagt Hoddow. In Port Harcourt gebe es viele Öl-Cowboys, unter denen der Umgangston rau sei. „Wie früher im Wilden Westen.“

Das Buch ist über den Verlag Books on Demand und im stationären Handel erhältlich. Es kostet 15,99 Euro. Es ist das erste in der Reihe „Wahoodow Adventure“, die Hoddows gesamte Zeit in Nigeria umfasst. Das zweite Buch „Ohne Netz“ sei fast fertig, das dritte trägt den Arbeitstitel „Bulletproof“ (kugelsicher), verrät Hoddow.

Marlis Stein
Marlis Stein Redaktion Westerstede
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