Hude - Während die gastronomischen Betriebe weiterhin nur Außer-Haus-Verkauf anbieten dürfen, gelten für die Händler ab Montag Lockerungen, die das Öffnen etlicher Läden unter Einhaltung der Hygienevorschriften ermöglichen. Wir haben bei drei Huder Geschäften nachgefragt.
Der Buchladen
„Ich bin so glücklich, dass ich die Kunden wieder sehen und direkt beraten darf“, sagt die Huder Buchhändlerin Gerburg Schaller. Sie freut sich darauf, ab Dienstag ihren Buchladen „Lesen & Mehr“ an der Parkstraße in Hude wieder öffnen zu dürfen. „Das waren dann fünf volle Wochen, die wir geschlossen hatten“, sagt Gerburg Schaller.
Im Buchladen werden Vorkehrungen getroffen, um die verstärkten Regeln einhalten zu können. Dazu gehört der Plexiglasschutz am Tresen. „Und wir haben viel weggeräumt, um die Abstände einhalten zu können“, so Schaller. Maximal dürften zur gleichen Zeit zwei Personen als Kunden in den Laden. Schaller will Kunden zudem bitten, den Laden mit Mundschutz zu betreten. „Das sind minimale Dinge, die wir füreinander tun können“, sagt sie. Viele treue Kunden hätten in den vergangenen Wochen die Möglichkeit genutzt, Bücher bei ihr übers Internet zu bestellen und liefern zu lassen. Den Lieferservice wolle man auch bei Bedarf weiter anbieten.
Bereits am 28. März hatte Gerburg Schaller die Landeshilfe für kleine Geschäfte beantragt. „Davon habe ich bislang nichts gehört“, sagt die Buchhändlerin. Später habe sie die neue Hilfe von Bund und Land beantragt und zumindest eine Eingangsbestätigung bekommen, Geld sei bislang nicht geflossen. Die fünfwöchige Schließung sei schon existenzbedrohend. Umso dankbarer sei sie ihrer Vermieterin, die ihr großzügig die halbe Kaltmiete für drei Monate erließ. Gerburg Schaller ist zuversichtlich, dass jetzt „ein bisschen Normalität“ zurückkehren kann. Eine Änderung wird es geben: Der Buchladen ist künftig nur noch dienstags bis samstags geöffnet, da die Großhändler derzeit am Montag nicht mehr liefern.
Das Schuhhaus
Auf die Wiedereröffnung freut sich auch das Team im Schuhhaus Schrittmacher in der alten LzO an der Parkstraße. Firma Schrittmacher hat die aktuelle Pause genutzt. Es wurde umgebaut und erweitert. Nun sind auch im Kellergeschoss Räume, inklusive des Tresorraums der alten Bank, Verkaufsfläche geworden. Hinter der dicken Panzertür findet sich der erweiterte Bereich für Sportschuhe und Sportartikel, der noch weiter ausgebaut werden soll, wie Mitgesellschafter Andreas Otte berichtet. „Nach unserer Kenntnis ist es weltweit einmalig, dass Schuhe im Tresor gelagert und verkauft werden“, so Otte zu der Idee, die Tresorräume im Keller zu nutzen.
Die Ladenfläche im Erdgeschoss wurde umgestaltet, der Kinderschuhbereich vergrößert. Es gibt bei Schrittmacher mittlerweile auch ein Spielwarenangebot. Diese Kombination ist im Einzelhandel selten anzutreffen, wie Geschäftsführerin Bianca Helmers berichtet. Sie freut sich auf die Kunden, die die neuen Räume und das erweiterte Angebot ab Montag erkunden.
Das Möbelhaus
„Wir freuen uns auf die Kunden“, sagt auch Ina Harfst vom Möbelhaus Backhus an der Parkstraße. Nach fünf Wochen, in denen bei Backhus keine Möbel verkauft werden durften, geht es am Montag wieder los. Das Huder Möbelhaus, das mit seiner Verkaufsfläche – im Gegensatz zu großen Mitbewerbern, die nicht öffnen dürfen – noch unter den erlaubten 800 Quadratmetern liegt, darf laut Harfst wieder aufmachen, unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln.
Familie Harfst betreibt auch ein Bestattungs-Unternehmen, das in den vergangenen Wochen weitergearbeitet hat, allerdings unter sehr strikten Vorgaben. Ina Harfst wünscht sich, dass die strengen Auflagen gelockert werden. Für die Angehörigen sei es schon sehr hart, wenn zu einer Beerdigung, die derzeit nur unter freiem Himmel stattfinden dürfe, lediglich zehn Personen zugelassen seien, berichtet Harfst von Erfahrungen der letzten Wochen. Genügend Abstand sei draußen doch auch mit mehr Trauergästen machbar.
