Hude - Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, der gibt durchaus eine Menge Geld aus im Urlaub. Wohnmobil-Touristen gehen gerne in Restaurants und Cafés, kaufen vor Ort für den täglichen Bedarf ein, sagen die Statistiken. Und gerade in dieser Zeit erfahren Urlaubstrips mit dem Wohnmobil einen riesigen Boom. Auch im Klosterort Hude gibt es einen Wohnmobilstellplatz. Wer ihn auf einschlägigen Internetseiten findet und hofft, dort unterzukommen, steht allerdings vor einem abgesperrten Platz.
Zehn Stellplätze für Wohnmobile gibt es insgesamt auf dem Schützenplatz, sehr zentral gelegen. Fußläufig ist der Bahnhof mit Verbindungen Richtung Bremen, Oldenburg und Nordseeküste zu erreichen. Es gibt Ver- und Entsorgungsstationen. Fünf Euro pro 24 Stunden kostet der Platz pro Wohnmobil. Hinzu kommen Gebühren für Strom und Wasser.
Die aktuelle Situation
„Der Wohnmobilstellplatz ist durch die aktuelle Situation bis auf weiteres geschlossen!“ – Dieser Hinweis findet sich auf der Internetseite der Touristik-Palette. Aber in den Wohnmobil-Portalen gibt es ihn meistens nicht. Erst vor Ort stellen Wohnmobilisten fest, dass sie umsonst nach Hude gekommen sind. Andernorts sind die Plätze geöffnet. Warum dann nicht in Hude? – Die Antwort gibt Regina Wolff von der Gemeindeverwaltung: Der Huder Wochenmarkt. immer am Freitag, 14 bis 18 Uhr, wurde vom Bahnhofsvorplatz auf den Schützenplatz verlegt, weil man dort die Corona-Abstandsregeln einhalten kann.
Nicht glücklich damit
Während des Wochenmarktes stünden die Wohnmobilstellplätze nicht zur Verfügung. „Wir müssten die Leute von den Wohnmobilplätze am Donnerstagabend vertreiben und ihnen sagen, dass sie erst am späten Freitagabend wiederkommen können“, so Wolff. Da das wohl immer wieder zu Diskussionen führe, habe man beschlossen, bis auf Weiteres den Wohnmobilplatz ganz zu sperren.
„Wir sind auch nicht glücklich damit“, sagt sie. Man befinde sich derzeit in einer Zwickmühle. In der Gemeindeverwaltung werde immer wieder über eine andere Lösung diskutiert. Doch die sei derzeit noch nicht gefunden.
Das bestätigt auch Wirtschaftsförderer Roland Arndt. Die Stellplätze jede Woche neu für den Wochenmarkt zu sperren und ihn an den anderen Tagen offen zu halten, das sei ein hoher Aufwand.
Arndt will aber noch einmal seinen Vorschlag zur Diskussion stellen, wonach man zumindest zwei Stellplätze durch eine andere Platzaufteilung für den Wochenmarkt dauerhaft geöffnet lässt. Roland Arndt sieht die Gefahr, dass Wohnmobil-Touristen, die man jetzt verprellt, auch in den nächsten Jahren den Klosterort meiden könnten.
Platz gut angenommen
Der Platz in Hude sei schon vor Corona gut angenommen worden, sagt Kerstin Sonka von der Touristik-Palette Hude. Die komplette Sperrung sei deshalb aus Sicht der Touristiker total schade. Es ist der einzige Wohnmobilstellplatz in der Gemeinde. „Es gibt auch immer wieder Anfragen“, so Sonka. Sie hofft auf eine generelle Lösung des Problems. Auch sie weist darauf hin, dass Wohnmobil-Touristen durchaus Geld im Ort lassen.
Rund 400 Übernachtungen gab es laut Regina Wolff vom Kommunalmarketing im vergangenen Jahr. Das wäre angesichts des Wohnmobil-Booms in diesem Jahr sicher noch ausbaufähig gewesen.
