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Die Baustoffpreise steigen und steigen Um Tannen aus Deutschland buhlt die ganze Welt

Hude - Heiko Posegga zeigt auf seinem Smartphone Bilder, die man ihm geschickt hat. Ein deutscher Hafen. Riesige Berge mit Konstruktionsvollholz aus deutscher Produktion warten auf die Verschiffung nach Amerika und China. Es ist Holz, das den deutschen Handwerkern derzeit fehlt.

Heiko Poseggas Zehn-Mann-Zimmereibetrieb ist erfolgreich im Holzrahmenbau und in der Maßanfertigung von Dachstühlen (Lohnabbund) tätig. Er ist Präsident des Bundesverbandes „High-Tech-Abbund im Zimmereihandwerk“, in dem es im Austausch mit Kollegen derzeit auch nur ein Thema gibt: die rasant steigenden Holzpreise.

„Allein im April gab es vier Preiserhöhungen“, sagt Posegga. Von schon hohen 500 Euro pro Kubikmeter seien die Preise bis Ende April auf 705 Euro pro Kubikmeter gestiegen. Mittlerweile müsse man damit rechnen, dass die Lieferanten zudem nur noch Kontingente zusagten. „Man bestellt 50 Kubikmeter und erhält nur 30, wenn überhaupt.“

Holzbau etabliert

Dabei habe es der Holzbau in den vergangenen Jahren geschafft, sich in Deutschland als sehr umweltfreundliche Variante zu etablieren. Holz sei als nachwachsender Rohstoff energieeffizienter als andere Materialien. Es laufe sehr gut für den Holzbau, auch in Kombination mit anderen Materialien.

Wenn China und Amerika ihre eigene Holzproduktion erst wieder hochfahren, könnte es eine Entspannung für den deutschen Markt geben. Preistreiber sind für Posegga derzeit die großen Sägereien in Deutschland und auch ihre Vorlieferanten, die das Kantholz aus Fichte und Tanne in einem speziellen Verfahren trocknen und zu Konstruktionsvollholz zusammenfügen. Diese Sägereien verfügen über die entsprechende Technik, die kleine Sägereien nicht leisten können, um die Qualitätsstandards zu erreichen. Und die großen Sägereien lieferten mehr Holz an China und Amerika, weil diese bereit seien, hohe Preise zu zahlen.

Die Waldbauern hingegen verdienten nur minimal mehr am Rohholz. Sie können Qualitätsholz nur eingeschränkt liefern, sagt Posegga. Ein Drittel des deutschen Waldes sei geschädigt durch den Borkenkäfer, Dürre und Stürme. Was die Waldbauern jetzt minimal mehr verdienten, gleiche ihre Verluste nicht aus.

Ein Drittel des deutschen Fichten- und Tannenholzes werde exportiert. „Und nur ein Drittel bleibt für uns“, sagt Posegga. Holz sei ein global gehandeltes Produkt. „Um die Tanne im Sauerland buhlt die ganze Welt.“

Für das Konstruktionsvollholz kommen laut Posegga auch wieder preislich niedrigere Zeiten, wenn China und Amerika die eigene Produktion ankurbelten.

Baustoffe ausverkauft

„Wenn es nur das Holz wäre, könnte man aufs gesamte Bauvolumen gerechnet noch damit leben“, so Posegga. Aber insgesamt sieht er weiter steigende Preise durch die CO 2 -Abgabe für Baustoffe, die viel Energie bei der Herstellung benötigen, wie zum Beispiel Stahl und Zement.

Mineralwolle ausverkauft, Folien ausverkauft, Silikon ausverkauft, Kunststoffrohre nicht lieferbar, Gipskartonplatten um 20 Prozent teurer, Metallprodukte sogar um 40 Prozent, nennt Posegga nur einige aktuelle Beispiele.

Während früher die Baufirmen drängten, die maßgefertigten Dachstühle aus der Werkstatt von Heiko Posegga schnell zu liefern, lagern derzeit bereits mehrere fertiggestellte Auftragsarbeiten seit Wochen in der Halle der Huder Firma, weil andere Gewerke Probleme haben, an die erforderlichen Materialien zu kommen.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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