Hude - Der Übergang war fließend und doch ist jetzt alles anders für Mandy Barthel. Die 40-Jährige hat zum März dieses Jahres die Leitung der Evangelischen Kindertagesstätte Regenbogeninsel in Hude übernommen. Und obwohl sie seit acht Jahren in der Einrichtung an der Straße Am Schießstand arbeitet, muss sie sich in die Rolle einer Chefin erst noch ein bisschen einfinden.
Neuer Berufsabschnitt
„Früher, als ich Erzieherin gelernt habe, konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, später mal einen Kindergarten zu leiten“, berichtet Mandy Barthel, „doch im Laufe der Jahre bin ich mit meinen Aufgaben und Erfahrungen gewachsen. Jetzt passte es einfach perfekt.“ Die ursprünglich aus Sachsen-Anhalt stammende Erzieherin lebt seit 18 Jahren mit ihrem Mann und den gemeinsamen Söhnen in der Gemeinde Hude. „Beide Kinder sind hier in die Einrichtung gegangen und ich habe immer gedacht: Hier zu arbeiten muss doch toll sein.“
Die ehemalige Leiterin Anke Jacobs habe gewusst, dass Mandy Barthel auch Erzieherin ist. „Und dann ging es vor acht Jahren irgendwie ganz schnell. Ich bin hier in der Einrichtung spontan angefangen und wollte dann auch gar nicht mehr gehen“, sagt sie und strahlt.
Inzwischen sind ihre eigenen Söhne 9 und 16 Jahre alt, aus dem Gröbsten raus. Und da ergab sich die Chance, sich beruflich noch einmal weiter zu entwickeln. „Ich bin jetzt etwa auf der Hälfte meines Berufslebens angekommen und finde es klasse, dass ich nun eine neue Herausforderung bekomme.“
Apropos Herausforderung: „Ich hätte keinen schwierigeren Start haben können. Die Corona-Krise hat das Arbeiten im Kindergartenbereich komplett verändert“, denkt Mandy Barthel an das zurückliegende Jahr.
Einbahnstraßen in der Kita, geteilte Kindergruppen, geteilte Spielplätze, Elternarbeit nur übers Telefon oder per Email, Notbetreuung: Mit all diesen Schlagworten musste sich das rund 27-köpfige Team beschäftigen – und noch scheint kein Ende in Sicht. Umso wichtiger, sich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen zu können. „Ich bin mir bewusst, dass ich jetzt die Seiten gewechselt habe“, sagt Barthel, „aber ich habe das Gefühl, dass alle hinter der Entscheidung stehen und das macht mich sehr glücklich.“
Gutes Team im Rücken
Auch der Träger, die Evangelische Kirchengemeinde, sei bei Fragen immer erreichbar und stehe unterstützend zur Verfügung. Um sich auch weiterhin fortzubilden, hat Mandy Barthel im vergangenen September noch die anderthalbjährige Ausbildung zur Fachwirtin für Kita-Leitung begonnen.
Die Einarbeitungszeit war dadurch, dass Mandy Barthel sowieso in der Einrichtung arbeitete, reibungslos. Und auch die Kinder kannten sie. Lange war Barthel die Gruppenleiterin der Libellen-Gruppe. „Die nicht mehr stundenlang um mich zu haben, ist schon seltsam“, gibt sie zu.
Und auch, dass es immer wieder sehr emotional ist, Kindergartenkinder in die Grundschulzeit zu entlassen. „Von daher ist es vielleicht ganz gut, jetzt mehr im Büro zu sitzen“, sagt die 40-Jährige mit einem Augenzwinkern.
