Hude - Das Büro der Leiterin und die Flure der Integrativen Kindertagesstätte „Regenbogeninsel“ der evangelischen Kirchengemeinde in Hude sind mit bunten Fähnchen und Bändern geschmückt. Die liebevolle Deko verschönert ein wenig die letzten Tage für Kita-Leiterin Anke Jacobs. 33 Jahre ist es her, dass sie die Leitung der Kita in Hude übernahm. Das war am 1. Januar 1988. Am Freitag ist nun der letzte Arbeitstag für die 63-jährige Erzieherin. Sie werde nun ein neues Kapitel im Leben aufschlagen, schreibt sie in einem Brief an die Eltern. Eine Abschiedsfeier im großen Kreis kann aufgrund der Corona-Situation nicht stattfinden.
Es waren 33 spannende Jahre für Anke Jacobs, immer auch mit dem Antrieb, neue Erkenntnisse der Frühpädagogik gemeinsam mit einem engagierten Team, dem Träger und den Eltern umzusetzen.
Ein Schwerpunkt war die Integration. Die „Regenbogeninsel“ sei 1993 die erste Kindertagesstätte im Landkreis mit Integrationsgruppe gewesen. Die Kita in Trägerschaft der evangelischen Kirche, übrigens vor 50 Jahren der erste Kindergarten in der Gemeinde, hatte sich früh mit dem Thema auseinandergesetzt. Heute ist Integration die Normalität.
Ob in den Entwicklungsfähigkeiten beeinträchtigt oder nicht beeinträchtigt, ob aus einer anderen Kultur und Religion, ob von armen oder reichen Eltern – die Integration aller Kinder sei wichtig, verweist Anke Jacobs auch auf eine entsprechende Passage im Infoblatt der Tagesstätte. Die Förderung der Experimentierfreude der Kinder ist ihr ebenfalls ein Anliegen.
Ihre Ausbildung zur Erzieherin hat Anke Jacobs in Nordrhein-Westfalen absolviert. Nach der Erzieherinnen-Ausbildung und drei Jahren als Gruppenleiterin in einer Kita in Nordrhein-Westfalen wechselte sie nach Wiefelstede im Ammerland, wo sie die Leitung einer Kita übernahm. Sieben Jahre später wurde sie Leiterin der Kita in Hude.
Damals waren es in Hude drei Gruppen mit jeweils 25 Kindern sowie Nachmittags-Schnuppergruppen. Jetzt gibt es in der Kita „Regenbogeninsel“ zwei Krippengruppen mit jeweils bis zu 15 Plätzen und drei Ganztagsintegrationsgruppen mit jeweils 17 bis 18 Kindern.
Ganztags war Ende der 80er Jahre, als Anke Jacobs die Leitung übernahm, noch kein großes Thema. Wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe sie sich stark dafür eingesetzt, sagt sie. Heute sei der Ganztagsbetrieb Standard. Von den aktuell 83 angemeldeten Kindern der „Regenbogeninsel“ würden fast alle auch das Essensangebot wahrnehmen. Anke Jacobs freut sich deshalb, dass mittlerweile die Küche der Kita erneuert wurde. Weitere Sanierungsmaßnahmen stehen in dem fünfzig Jahre alten Gebäude an.
In den 33 Jahren in der Huder Kita hat Anke Jacobs viele Kinder aufwachsen sehen. Viele von ihnen bringen heute als Erwachsene wiederum ihre Kinder in die Kita. Anke Jacobs hat einen erwachsenen Sohn und lebt mit ihrem Mann in Hude. Im Ruhestand will sie sich erst einmal ein bisschen mehr Zeit für sich nehmen, sagt sie.
Die Nachfolge in der Leitung der Kita übernimmt Mandy Barthel.
