Hude - Im Huder Klosterbezirk gibt es einen neuen Hingucker: „Schnabelknopse“ hat der Huder Bildhauer Wolf E. Schultz seine rund drei Meter hohe Bronzeskulptur genannt, die jetzt dank eines Sponsors einen exponierten Platz im Vorgarten der Huder Klosterschänke gefunden hat. Dort wo einst eine Linde stand, die laut Gastwirt Jens Burgdorf vor einigen Jahren von einer Orkanböe umgelegt worden ist, steht jetzt die „Knospe“, fest verbunden mit einem tonnenschweren Betonsockel. Wolf E. Schultz sieht seine Skulptur als Zeichen einer wehrhaften Demokratie. Das Thema sei aktueller denn je, sagte der 81-jährige Künstler.
2012 entstanden
Schultz ist eine ausgezeichneter Beobachter der Natur. Hier holt er sich seine Inspirationen. Bei der Schnabelknospe war es die Knospe einer Rose im Garten, erzählte er bei der Enthüllung. „Die Stacheligkeit und Wehrhaftigkeit hat mich fasziniert“, so der Bildhauer. Gegossen wurde das Kunstwerk schon 2012 in einer Oldenburger Gießerei. Mehrere Jahre stand die „Schnabelknospe“ als Leihgabe vor der Botanika in Bremen. Jetzt holte er sie zurück in den Klosterort. Und dank des Sponsors Andreas Otte, Geschäftsführer der K & O Steuerberatungsgesellschaft, ist das Kunstwerk jetzt an einem Standort angekommen, wo es Tausende von Besuchern jährlich im Klosterbezirk als weiteres kulturelles Highlight bestaunen und die starke Symbolkraft erspüren können. Schultz wollte mit seinem Werk gegen den rechten Terror und Gewalt erneut ein Zeichen setzen. Deshalb sei die Bronze nicht nur eine Knospe, sondern auch ein Schnabel der zur Verteidigung genutzt werden könne und auch müsse. Die „Schnabelknospe“ erinnert an den Vorgänger. Das war der „Schnabelkeimling“, der 17 Jahre vor dem Kreishaus in Wildeshausen gestanden hat, bevor er 2010 durch Metalldiebe zerstört wurde. Das Thema Demokratie sei zu wichtig, um in Vergessenheit zu geraten, schildert Schultz, warum er schon 2012 eine Nachfolge-Skulptur schuf.
Kunst verbindet
„Kunst soll verbinden, hier nicht nur Menschen, sondern auch Gedanken, Räume und Zeit“, freut sich der alleinige Sponsor Andreas Otte, dass bei der Klosterschänke so ein toller Standort für die „Schnabelknospe“ gefunden wurde. Es würde ihn freuen, wenn sich die vier kulturell wichtigen Punkte – Wittemoor, Klosterbezirk, Skulpturenufer und Hasbruch – weiter verbinden. Laut Otte gibt die Kunst im öffentlichen Raum der Gemeinde ein unverwechselbares Gesicht. Wolf E. Schultz trägt dazu mit seiner unglaublichen Schaffenskraft bei. Im Klosterbezirk ist auch sein Skulpturenhaus zu finden. Und es stehen dort weitere Kunstwerke von ihm im öffentlichen Raum. Ganz in der Nähe der „Schnabelknospe“ zum Beispiel auch die Skulptur „Prävitalis“ (vor dem Leben). Die hat Schulz aus Pappelholz geschaffen, im Klosterbezirk, 1980, als er als Künstler erstmals nach Hude kam und hier sesshaft wurde. „Prävitalis“ wurde später in Bronze gegossen und steht seitdem an der von-Witzleben-Allee.
Wolf E. Schultz denkt übrigens noch lange nicht ans Aufhören. Dafür sei die Freude beim Schaffen, das Glücksgefühl, viel zu groß, sagt der bekannte Bildhauer. Er arbeitet mittlerweile an seiner 1211. Skulptur im Verlauf seiner mehr als 50-jährigen künstlerischen Tätigkeit (Mehr Infos: wolf-e-schultz.de).
