Hude/Landkreis - Gut ein Jahr wurde daran mit den Beteiligten gearbeitet. Jetzt geht die Gründung des Zweckverbandes „Klosterensemble Hude“ mit dem Entwurf einer entsprechenden Satzung in die politische Beratung.
Das Ziel
Gemeinde, Landkreis und Gutsverwaltung wollen das Klosterensemble mit seiner Ruine als Baudenkmal von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung, dem ehemaligen Abthaus, dem Klostermuseum, seinem Landschaftspark und weiteren Gebäuden und baulichen Anlagen sowie Naturdenkmälern und Freiflächen für die Zukunft sichern. Eine Aufgabe, die nur gemeinsam zu meistern ist. „Ich stehe dem Grundgedanken eines ,Kümmerers’ für den Klosterbezirk in Form eines Zweckverbandes sehr positiv gegenüber“, sagt Gutsverwalterin Greta von Witzleben im Namen der Eigentümerfamilie, die das Klostergut seit 1683 bewirtschaftet. Es seien bislang sehr positive Gespräche gewesen.
Die Herausforderung
Das Kloster ist seit seiner Gründung im 13. Jahrhundert eng mit der Siedlungsgeschichte des Ortes Hudes verbunden. Insbesondere die Klosterruine sei weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und seit langem ein touristisches Ziel für viele Besucherinnen und Besucher, heißt es vonseiten des Landkreises und der Gemeinde. Erhalt und Weiterentwicklung des Ensembles seien eine generationsübergreifende Aufgabe. Mit großzügiger Hilfe von Bund und Land wird die Ruine zurzeit für mindestens eine weitere Generation gesichert. Es gibt aber noch viel mehr zu tun. Klostermuseum, Wassermühle und auf längere Sicht andere Elemente des Ensembles haben Sanierungsbedarf.
Die Satzung
Die Koordination der dauerhaften baulichen Unterhaltung, Pflege und Weiterentwicklung soll mit dem neuen Zweckverband in eine Hand gelegt werden. In puncto Weiterentwicklung geht es dabei auch um eine nachhaltige touristische und kulturelle Nutzung. Der Entwurf einer Zweckverbandssatzung liegt vor. Die neue Struktur soll ermöglichen, in einem einvernehmlichen Miteinander Maßnahmen und Projekte zur Sicherung und Weiterentwicklung des Klosterbereiches zu entwickeln.
Der Verbandssitz
Der Zweckverband soll seinen Sitz und damit Büroräume im Klosterbereich einnehmen, um vor Ort präsent und ansprechbar zu sein. Es soll eine Verbandsversammlung geben, wo jedes Mitglied jeweils drei Stimmrechte hat. Also drei Stimmen für die Gemeinde und drei Stimmen für den Kreis, macht sechs Stimmen für die öffentliche Hand, und drei Stimmen für die Gutsverwaltung. Durch einen Beirat will man weitere Akteure wie den Verein der Klosterfreunde und die Oldenburgische Landschaft sowie das Land einbinden.
Das Personal
Der künftige Zweckverband soll zunächst noch kein eigenes Personal beschäftigen, sondern zumindest vorübergehend Personal des Landkreises Oldenburg einsetzen. Als voraussichtlicher Stellenbedarf ist zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren eine 2/3-Stelle vorgesehen, heißt es in den Erläuterungen.
Die Kosten
Die künftige jährliche Zweckverbandsumlage soll sich nicht nur auf die Finanzierung der Geschäftsführung (Personal- und Sachkosten) beschränken, sondern bereits auch einen Handlungsspielraum für die unmittelbare Umsetzung kleinerer Projekte bieten, so der Vorschlag. Für größere Maßnahmen sollen jeweils Einzelfinanzierungen entwickelt werden. Wichtige Aufgabe des „Kümmerers“ wird es dabei wohl auch sein, Zuschussmittel Dritter zu akquirieren. Bei der Verbandsumlage soll der Höchstbetrag für die Eigentümerin auf zehn Prozent, maximal 10 000 Euro, begrenzt werden. Zusätzlich soll die Gutsverwaltung notwendige Büroräume für den Zweckverband mietfrei zur Verfügung stellen. Die restlichen 90 Prozent der Verbandsumlage sollen sich Gemeinde und Landkreis je zur Hälfte teilen. Die Gesamtumlage für 2021 soll 100 000 Euro betragen.
Der Zweckverband ist also auf einem guten Weg. Aufgrund der Komplexität wolle die Familie von Witzleben die finale Fassung der Satzung mit ihrem juristischen Beistand noch zeitnah erörtern, bevor sie endgültig zustimme, heißt es.
