Hude/Landkreis - Als am Mittwochabend gegen 20 Uhr leichter Regen über dem Vielstedter Bauernhaus einsetzte, blieb dem Vorstand des Kreissportbundes (KSB) während des Kreissporttages nichts anderes übrig: Sie flüchteten von ihren Plätzen unter freiem Himmel unter das Vordach der aufgebauten Bühne.
Es war eben eine besondere Situation, in der die Versammlung im aufgebauten Festzelt stattfand. Mit der kurzentschlossenen Flucht ins Trockene bewiesen die Vorstandsmitglieder einmal mehr Handlungsschnelligkeit – die von ihnen in Zeiten der Corona-Pandemie ohnehin immer wieder benötigt wurde und wohl auch weiterhin wird.
Rückblick
Vorsitzender Jörg Skatulla, seit 2018 im Amt, blickte zufrieden auf das zurück, was der Kreissportbund – auch in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Delmenhorst in der Sportregion – geleistet hat. Dennoch: „Die Eindrücke des letzten halben Jahres lassen das Sportjahr 2019 in der Erinnerung stark verblassen. Wer hätte noch vor einem Jahr daran geglaubt, dass ein kleines Virus unser – auch sportliches – Leben, wie wir es bis dahin geführt haben, im Frühjahr dieses Jahres völlig durcheinander wirbeln würde“, sagte Skatulla.
Höhepunkte
Als besondere Eckpfeiler für das Jahr 2019 nannte der KSB-Vorsitzende den neu ins Leben gerufenen „Bewegungspass“ für Kitas, Grundschulen und Sportvereine, die Koordinierungsstelle für Menschen mit Migrationshintergrund, den Sportivationstag, den zweiten Jahresempfang für Vereinsvorstände sowie das „Blackligt“-Projekt von FSJ’lerin Frederike Widjaja.
Zahlen
Positiv ist die Entwicklung der Mitgliederzahl in den 156 Sportvereinen des Landkreises. Zum 31. Dezember 2019 waren 47091 Vereinsmitglieder gemeldet – so viele wie seit sieben Jahren nicht mehr. Nikolas Lienemann, stellvertretender Vorsitzender für Finanzen, stellte zudem den Finanzbericht für 2019 vor. Der KSB schloss das Jahr mit einem leichten Minus von knapp 2000 Euro ab – bedingt durch viele Abschreibungen, wie Lienemann erläuterte.
Wahlen
Keine Diskussionen gab es bei den Wahlen des KSB-Vorstandes. Alle Vorstandsmitglieder hatten ihre Bereitschaft für eine weitere Periode über zwei Jahre gegeben. Die Versammlung bestätigte dabei den Vorsitzenden Jörg Skatulla sowie seine stellvertretenden Vorsitzenden Nikolas Lienemann (Finanzen), Dieter Holsten (Ausbildung), Horst Bokelmann (Sportentwicklung) und Holger Kreye (Fachverbandsangelegenheiten und Leistungssport) in ihren Ämtern.
Ehrungen
Mit der goldenen Ehrennadel des Landessportbundes wurde Ellen Deepe vom TSV Großenkneten ausgezeichnet. „Sie hat Mitte der 1980-er Jahre dafür gesorgt, dass die Handballabteilung in ihrem Verein aufgebaut ist“, berichtete KSB-Vorsitzender Jörg Skatulla. Im März 1990 wurde Deepe als 2. Vorsitzende des TSV gewählt und ist in dieser Funktion noch heute ehrenamtlich tätig. „Du bist ein Vorbild für alle Frauen im Ehrenamt“, lobte Skatulla.
Sportabzeichen
Fünf Ehrungen nahm Ingolf Bahr, Beauftragter für Sportabzeichen im KSB, vor – als Ersatz für die ausgefallene Ehrungsveranstaltung in diesem Jahr. Zum 45. Mal hat Inge Breithaupt (TV Falkenburg) ihre Prüfung abgelegt, für Renate Otte und Inge Schulze (TSV Hoyerswege) war es sogar die 50. Abnahme. Für 40-jähriges Engagement als ehrenamtliche Prüfer wurden Klaus Böttcher (TSV Großenkneten) und Bernd Mathiebe (VfL Wildeshausen) ausgezeichnet.
Ausblick
Die Corona-Pandemie wird wohl auch die nächste Zeit für den Kreissportbund beeinflussen. Nikolas Lienemann betonte in seinem Haushaltsvoranschlag, dass vieles noch „ein Blick in die Glaskugel ist“. „Wir wissen noch nicht ganz genau, ob es einige Förderungen so geben wird oder ob Veranstaltungen wie geplant stattfinden.“ Jörg Skatulla betonte, dass die Digitalisierung, die bereits vor der Corona-Krise angeschoben wurde, auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen werde. Und er hob die Bedeutung des Sports aktuell und auch für die Zukunft hervor. „Der Sport ist ein unverzichtbarer Teil unseres sozialen Zusammenlebens. In der Krise hat sich gezeigt, dass Sportvereine viel, viel mehr sind als nur Dienstleister von Sportangeboten“, sagte der KSB-Vorsitzende. „Sportvereine bieten sozialen Rückhalt für alle, fördern die Solidarität und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“
