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Blick achter de Büün Seit fast zehn Jahren bei der Speelkoppel Lintel aktiv

Imke Harms

Hude/Lintel - Sie war gerade 20 Jahre alt geworden, da rutschte Wiebke Schlötelburg irgendwie so in die Theaterspielerei hinein. Ziemlich ungeplant, wie die heute 28-Jährige sagt. Und dann auch noch mit einer schlüpfrigen Rolle. In dem Stück „Riep för Mallorca“ spielte sie damals eine Prostituierte für die Speelkoppel Lintel.

Und das kam so: Wiebkes große Schwester Insa Pieper schauspielerte schon seit zwei Jahren bei den Lintelern, die auf Plattdeutsch spielen. Bei der Nachbesprechung des Stücks aus 2011 fragte die Gruppe Wiebke einfach mal ganz unverbindlich, ob sie im kommenden Jahr nicht mitmachen möchte. „Ja und dann bin ich irgendwie nicht mehr weggekommen“, sagt die gelernte Bürokauffrau lachend.

Kein Zurück mehr

Sie ist sehr heimatverbunden, lebt mit ihrem Partner auf ihrem eigenen sanierten Resthof in Altmoorhausen, haarscharf neben der Grenze zu Lintel. Sie ist auch noch Mitglied im örtlich ansässigen Schützenverein, weiter wegzugehen kam für die 28-Jährige nicht infrage. „Nach diesem ersten Theaterstück gab es kein Zurück mehr“, erinnert sich Wiebke Schlötelburg zurück. „Das hat so viel Spaß gemacht, das werde ich nie vergessen.“

Daten und Fakten zur Speelkoppel Lintel

Die Speelkoppel Lintel wurde im Jahr 1979 gegründet. Zuvor waren auf dem Linteler Schützenfest immer Gastvereine mit ihrem Programm aufgetreten. Helga Bisanz dachte sich dann eines Tages: „Wat de könnt, könnt wie ok.“

In jedem Jahr studierte die Gruppe ein niederdeutsches Theaterstück ein – außer im Corona-Jahr. In der Regel wird jedes Stück elfmal an verschiedenen Orten aufgeführt. Die Premiere spielen die Laien-Schauspieler immer beim Landgasthof Mehrings.

Heute sind neun Personen Mitglied in der Speelkoppel Lintel. Die Aufgaben sind auf alle Schultern verteilt. Alle bauen zusammen am Bühnenbild, das Stück wird gemeinsam ausgesucht und auch das Soufflieren wird in jedem Jahr neu verteilt.

Seitdem stand Wiebke Schlötelburg zahlreiche Male auf der Bühne, denn die Speelkoppel spielt jährlich elf Auftritte – wenn nicht gerade die Corona-Pandemie dazwischen kommt. „Aber das Lampenfieber ist auch nach all den Jahren immer noch extrem“, gesteht die 28-Jährige. „Wenn ich hinter der Bühne stehe, denke ich jedes Mal: Ich schaffe es nicht, mir ist schlecht, meine Nerven liegen blank! Aber dann geht man raus und es ist wie weggeblasen. Wenn es gar nicht mehr aufregend wäre, würde mir aber auch was fehlen.“

Leitung übernommen

Gemeinsam mit ihrer Schwester hat sie nach und nach im vergangenen Jahr die Leitung der Speelkoppel von dem bisherigen „Chef“ Jens Ehler übernommen. „Und dann gleich Corona. Ich bete, dass wir für die kommende Saison überhaupt ein Stück einüben können“, sagt sie etwas besorgt.

Wird sie nach Anekdoten gefragt, muss Wiebke Schlötelburg nicht lange überlegen: „In einem Theaterstück musste ich am laufenden Band etwas trinken, mindestens so um die zwei Liter während des gesamten Auftritts. Seitdem kann ich keinen Apfelsaft mehr sehen“, berichtet sie lachend.

Wichtig für die Teilnahme an einer Theatergruppe sei natürlich die Fähigkeit, auch über sich selbst lachen zu können. „Man darf nicht alles so ernst nehmen. Wir haben manchmal bei den Versprechern und Fehlern mehr gelacht als bei den vorgesehen Witzen.“

Obwohl die Speelkoppel ein Hobby ist, kann die 28-Jährige sagen, dass ihr die Theater-Erfahrung auch im Berufsleben geholfen hat. „Ich habe das Gefühl, ich kann jetzt selbstbewusster und sicherer vor anderen Menschen sprechen. Das macht mir inzwischen gar nichts mehr aus.“ Trotzdem nehmen die Übungsabende, die Vorbereitungen fürs Bühnenbild und die Auftritte auch sehr viel Zeit in Anspruch. „Eine Weile habe ich nebenbei noch Volleyball gespielt. Aber da frage ich mich im Nachhinein, wie ich das zeitlich alles untergebracht habe“, sagt Schlötelburg heute.

Zeitintensives Hobby

Und was sagt der Herr im Hause zu dem zeitintensiven Hobby? „Der ist Mitglied in der Feuerwehr und hat somit Verständnis für eine aufwendige Freizeitbeschäftigung. Und wenn wir zu anderen Gruppen fahren und deren Auftritte anschauen, dann kommt er eben mit.“

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