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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Etwas tun für Arten im Garten

10.10.2018

Hude „Ohne die ökologische Vielfalt sind wir verloren“, ist Helmut Titschack vom Naturschutzbund Nabu in Hude überzeugt. Seiner Ansicht nach droht diese Vielfalt auch in der Klostergemeinde immer mehr abhanden zu kommen. „Wir müssen weg von den in Mode gekommenen Stein- und Kieswüsten und uns über Alternativen informieren“, sagt der Naturfreund.

Negative Beispiele

Leider gebe es immer mehr negative Beispiele, gerade auch im Zuge der vielerorts zu beobachtenden verdichteten Bebauung. Da werde jeder Quadratmeter um neue Mehrfamilienhäuser zugepflastert. Für Grünflächen bleibe kaum noch Raum. Ein negatives Beispiel sei der Mehrfamilienhaus-Neubau direkt gegenüber vom Huder Rathaus, mit „fast null Grünfläche um sich herum“. Dabei seien diese grünen Oasen in den Ortschaften und Städten so wichtig für die Tiere – und für den Menschen. Die „Wohlfahrtswirkung“ dieser grünen Bereiche werde immer wieder betont.

Was jeder tun kann

Was jeder einzelne Bürger tun kann, um zum Beispiel seinen Hausgarten freundlicher für Insekten und andere Tiere zu gestalten, ist Thema eines Vortragsabends, zu dem das Naturbündnis Hasbruch alle Interessierten am Dienstag, 16. Oktober, in das Huder Rathaus einlädt.

Ab 19.30 Uhr wird der Diplom-Biologe Jann Wübbenhorst aus Bleckede, ein gebürtiger Huder und ausgewiesener Experte, zum Thema „Arten im Garten – Hausgärten als Rückzugsräume der Biodiversität“ referieren. Der Vortrag wird etwa eine Stunde dauern. Anschließend ist noch genug Zeit, um mit dem Referenten zu diskutieren, betonen die Veranstalter.

„Biodiversität“ bedeutet nichts anderes als die gesamte Vielfalt des Lebens – und die ist für das Überleben unheimlich wichtig. Da stehen zum Beispiel die Insekten ganz am Beginn der Nahrungskette, sagt Helmut Titschack. Sie sind die wichtigen Bestäuber für viele Pflanzenarten. Nicht vorzustellen, was passiert, wenn es sie nicht mehr gibt. Erschreckend sind denn auch die Meldungen, wonach die Masse der Insekten je nach Artengruppen und Region um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sein soll in den vergangenen Jahrzehnten. Es drohe eine „Bestäuberkrise“, da unter anderem Bienen, Wespen, Tagfalter und Schwebfliegen besonders betroffen seien.

Verzicht auf Gifteinsatz

Jann Wübbenhorst wolle in seinem Vortrag am 16. Oktober vor allem am Beispiel der Bienen und Tagfalter aufzeigen, dass sich dieser Entwicklung durch blütenreiche Naturgärten entgegenwirken lasse.

Und durch den Verzicht auf Gifteinsatz, ein reiches Angebot pollen- und nektarspendender Pflanzen und ein Angebot von Nistmöglichkeiten, werde der eigene Garten zu einem „kleinen Paradies vor der Haustür“, in dem man nebenbei spannende Einblicke in die Ökologie heimischer Tierarten gewinnen könne, ist der Biologe überzeugt.

Schließlich gilt: „Was du nicht kennst, wirst du nicht schützen!“ So beschreibt es Titschack. Ein naturnaher Garten mache den Menschen Freude, meint Lisa Guenter von der regioVHS, die das Naturbündnis bei den Vortragsabenden unterstützt.

Mit einfachen Mitteln

Die naturnahe Umgestaltung eines Gartens, um den Tieren Heimstatt und Nahrung zu geben, sei mit relativ einfachen Mitteln machbar. Zuerst mache es vielleicht etwas Arbeit, danach aber laufe vieles von selbst, hieß es. Es gebe viele Beispiele, wie man es besser machen könne. Wichtig sei, die Zusammenhänge zu erkennen.

Im Rathaus Hude an der Parkstraße 53 findet der Vortrag „Arten im Garten – Hausgärten als Rückzugsräume der Biodiversität“ am Dienstag, 16. Oktober, statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Es referiert Diplom-Biologe Jann Wübbenhorst aus Bleckede. Die Teilnahme kostet drei Euro pro Person. Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Veranstaltet wird der Abend vom Naturbündnis Hasbruch, zu dem die Nabu-Ortsgruppen Hude und Ganderkesee sowie die Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs gehören, unterstützt von der regioVHS Ganderkesee-Hude.

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