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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Naturschutz In Hude: Nach der Schule erst mal in den Garten

19.10.2019

Hude Wenn in der Schule das Klingeln die letzte Unterrichtsstunde beendet und alle nach Hause gehen, setzt sich Torge Schmidt nicht direkt vor den Computer. Für ihn geht es erst einmal in den Garten. Dort warten neben seinen Hochbeeten und Vogelhäusern besonders die zwölf Hühner.

Das Interesse an der Natur wurde bei dem jetzt 16-Jährigen schon in frühen Jahren geweckt. „Sein erstes Buch war ein Sachbuch für Kinder und handelte von Schnecken“, erinnert sich seine Mutter Christina Schmidt. Auch in der Grundschule war das Thema Garten immer präsent. „Damals las er schon viele Sachbücher, die für Erwachsene waren.“

Seit 2010 aktiv

Sich aktiv für den Naturschutz eingesetzt, hat sich Torge Schmidt aber erst 2010, als er mit seinen Eltern von Lemwerder nach Hude gezogen ist. „Ich habe mich schon immer für die heimischen Singvögel interessiert. Als wir hergezogen sind, ist mir aufgefallen, das es hier nur wenige gibt.“ Deshalb hat er mit seinem Großvater zuerst ein Futterhäuschen gebaut. Danach kam ein Vogelhauschen aus dem Baumarkt und dann das erste selbstgebaute. Mittlerweile sind es 45, die nicht nur im eigenen Garten hängen. „Ich hab angefangen, sie an Bäumen entlang der Straße aufzuhängen“, erzählt Torge Schmidt. „Es kamen auch Nachbarn zu mir und fragten danach für ihren Garten.“

Gerade jetzt im Herbst kontrolliert er jedes einzelne Häuschen, ob sich dort bereits ein Vogel eingenistet hat. Wenn sich dort mal Wespen oder Hornissen häuslich eingerichtet haben, ist das auch in Ordnung. „Die bleiben drin. Ich bin über jeden Bewohner glücklich“, sagt Torge Schmidt.

Um andere zu motivieren, sich mehr aktiv in der Natur aufzuhalten und sie mit allen Sinnen zu erleben, startete Torge Schmidt einen eigenen Youtube-Kanal. „Ich hab eine Kamera zum Geburtstag bekommen und angefangen den Teich zu filmen, oder wie ich Bohnen pflanze. Hab das aber für mich behalten.“ Erst als ein Freund ihn dazu motiviert hat, es zu veröffentlichen, begann die Youtube-Serie „Der Garten-Freund TV“. Dort nimmt er die Zuschauer mit in den Garten und zeigt, welche alltäglichen Aufgaben gemacht werden müssen. Dazu gehören das Pflanzen und ernten von Gemüse genau so dazu wie das Ausmisten des Hühnerstalls oder das bauen von Vogelhäusern.

Hühner retten

Mittlerweile sind es 5800 Personen, die dem Youtube-Kanal folgen. Dabei war es vor allem das Ziel, Altersgenossen die Natur näher zu bringen. Und das gelingt ihm auch. 60 Prozent seiner Zuschauer sind zwischen 16 und 25 Jahre alt.

Über die Youtube-Gemeinschaft ist Torge Schmidt auch zu seinen Hühnern gekommen. „Viele Youtuber die das Thema Garten behandeln, haben Nutztiere. Ich habe mir die Videos angesehen und gedacht, sowas möchte ich auch haben.“ Auch wenn es etwas Überzeugungskraft kostete, hat seine Mutter ihm es erlaubt. Vor ungefähr einem Jahr legten sie sich eine Glucke, ein brütendes Huhn, zu und bestellten im Internet Eier von einem Züchter. „Vier Wochen später waren die Küken da“, erinnert sich Torge Schmidt.

Eine Bedingung, die Christine Schmidt damit verbunden hat, war es, sich auch hier für den Naturschutz einzusetzen. Deshalb haben sie zusätzlich Hühner vom Verein „Rettet das Huhn“ aufgenommen. Dieser Verein vermittelt ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen. Aktuell leben zwei dieser geretteten Hühner bei der Familie. Seit fünf Wochen ist Torge Schmidt zusätzlich Mitglied in der Nabu-Ortsgruppe Hude. Auch hier will er sich zukünftig mehr für den Naturschutz einsetzen. Neben dem Schutz der Vögel, will er sich auch für Fledermäuse und Insekten einsetzen.

Jeder kann etwas tun

Auch wenn sich der 16-Jährige bereits seit neun Jahren aktiv für die Natur einsetzt und einen großen Garten für seine Projekte hat, helfen kann jeder. Auch diejenigen, die keinen Garten haben. Das fängt bereits damit an, ein Vogelhäuschen bei sich aufzuhängen. Wer selbst eines bauen möchte, kann auf der Internetseite des Nabu eine Anleitung finden. Wer lieber eines kaufen möchte, sollte aber auf eines achten: „Der Bodendurchmesser sollte mindestens zwölf mal zwölf Zentimeter sein“, sagt Torge Schmidt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die geschlüpften Küken nicht mehr herauskommen.

Diejenigen, die einen eigenen Garten haben, können gerade jetzt im Herbst den Igeln helfen, indem die heruntergefallenen Blättern von den Bäumen nicht entsorgt, sondern zu kleinen Haufen zusammengekehrt werden. „Sie müssen nicht größer als 50 oder 70 Zentimeter sein. Aber möglichst windgeschützt unter einem Baum liegen“, empfiehlt der 16-Jährige.

Im Herbst wird in der Straße, wo Torge Schmidt wohnt, zudem die Straßengemeinschaft aktiv. Dann treffen sich die Nachbarn, um die Bäume in der Straße zu beschneiden. Das Totholz wird nicht entsorgt, sondern als Totholzhecke aufgestapelt. „Dort finden Insekten Unterschlupf, und Vögel haben zusätzlich Nahrung“, sagt Torge Schmidt.

Soeke Heykes Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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