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Neue Ausstellung in Hude Zwei Künstler erinnern sich in „Biotope“ an ihre Kindheit

Hat zwei Künstler in der neuen Ausstellung „Biotope“ vereint: Galerist Frank Giesen.

Hat zwei Künstler in der neuen Ausstellung „Biotope“ vereint: Galerist Frank Giesen.

Christin Hufer

Hude/Kirchkimmen - Wie unterschiedlich zwei Künstler sich in ihren Werken an ihre Kindheit erinnern, das ist in der Galerie am Stall (Am Ebenesch 4) ab Sonntag, 19. März, zu sehen. Unter dem Titel „Biotope“ werden 44 Bilder der Berliner Künstlerin Andrea Imwiehe und zehn Skulpturen des Bremer Künstlers Mirsad Herenda zusammen ausgestellt. Dass die Arbeiten auf besondere Weise miteinander harmonieren, das hat auch den erfahrenen Huder Galeristen Frank Giesen staunen lassen.

Zweite Ausstellung

„Biotope“ ist die zweite Ausstellung in diesem Jahr in der Galerie am Stall. Giesen war sich sicher, dass er Imwiehe, die zuletzt 2019 in Hude ausgestellt hatte, wieder in die Galerie bringen wollte. „Es war aber nicht einfach, mir zu überlegen, wer zu ihr passt“, sagt Giesen. Denn Imwiehe malt besondere Bilder. Sie lässt in ihren Arbeiten Orte aus ihrer Kindheit – sie ist in Peine aufgewachsen – wieder aufleben, indem sie die Natur mit Spuren der Menschen zusammenfügt. Das geschieht, indem sie realistische und kräftige Landschaften malt. Giesen: „Ich kenne niemanden, der so tolle Birken malt.“

Grafische Elemente

Aber nicht nur Landschaften malt die Künstlerin. Was ihre Arbeiten lebendig erscheinen lässt, ist, dass sie grafische Elemente in ihre Bilder einritzt. Diese Elemente sind etwa Silos, verlassene Wohnwagen, alte Holzbuden und in die Jahre gekommene Industriegebäude – allerdings allesamt menschenleer. In ihren Bildern wirken sie so, als seien sie ein natürlicher Bestandteil der Landschaft. Giesen: „Als Kind waren diese Orte für sie Spielplätze. Erst als sie erwachsen war, ist ihr richtig bewusst geworden, wo sie gespielt hat.“

In anderer Weise erinnert sich Bildhauer Herenda an seine Kindheit. Aufgewachsen ist er in Bosnien-Herzegowina und hat den Jugoslawien-Krieg als Jugendlicher hautnah miterlebt. Die Erfahrungen seiner Kindheit spiegeln sich in seinen Baum-Skulpturen, die er ab Sonntag in der Galerie am Stall ausstellen wird, wider. Für den Künstler habe der Baum eine kraftvolle, symbolische Bedeutung, erklärt Giesen. Denn für ihn steht er für das Leben.

Skulpturen aus Eisen

Anders als Imwiehe gestaltet Herenda seine Bäume nicht mit kräftigen Farben und voller Laub. Aus Eisen schweißt er sie so detailgetreu, dass sie laublos, wie vom Sturm getrieben wirken. Doch seine Bäume stehen auf einem starken Wurzelfundament, das an die Kraft der Natur und das Leben erinnert. So gelingt es Herenda, der bereits in zahlreichen internationalen Galerien ausstellte, dass seine Skulpturen dennoch Stärke ausstrahlen.

Trotz der großen Anzahl an Arbeiten, die nun in der Galerie am Stall zu sehen sind, ist Giesen der Meinung, dass der Raum keineswegs zu voll ist. Vielmehr ist er überrascht darüber, dass die unterschiedlichen Arbeiten der beiden Künstler ein harmonisches Gesamtbild erzeugen. Giesen: „Ich war zu Beginn etwas unsicher, ob das so gut passen würde.“ Umso mehr freut er sich nun, dass sich die Arbeiten stimmig zu „Biotope“ zusammenfügen.

Künstler vor Ort

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag um 15 Uhr. Dann werden auch beide Künstler vor Ort sein und Dr. Irmtraud Rippel-Manß aus Oldenburg wird eine Einführung geben. Zu sehen ist „Biotope“ bis Sonntag, 23. April, immer mittwochs bis freitags und sonntags je von 15 bis 18 Uhr.

Christin Hufer
Christin Hufer Redaktion Wildeshausen
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