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nordwest-zeitung

Oberstleutnant aus Hude berichtet Als Militärbeobachter acht Monate im Südsudan

Hude - Die Anmeldeliste für 25 Gäste war voll. Wer am Dienstagabend in der Huder Klosterschänke den Vortrag von Ulrich Franke mitverfolgen wollte, musste sich online hinzuschalten. Ohne Zweifel: Das, was der Oberstleutnant aus Hude zu erzählen hatte, stieß auf großes Interesse.

Einsatz bis 5. Juni

Unter dem Titel „Auslandseinsätze der Bundeswehr“ hatte der Huder Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen eingeladen. Mit dabei war Grünen-Bundestagsabgeordnete Katja Keul. Im Mai 2019 hatte sie auf Einladung des Ortsverbands in der Klosterschänke einen Vortrag zum Thema „Frieden ernst nehmen“ gehalten. An diese Veranstaltung knüpfte der Abend nun an, denn Franke habe sich während des ersten Vortrags als Oberstleutnant „geoutet“, wie es Vorstandsmitglied Karin Rohde eingangs erwähnte.

Am 5. Juni endete Frankes sechster Auslandseinsatz nach acht Monaten. Dieser bisher für ihn längste Auslandseinsatz – durch die Corona-Krise verlängerte er sich um gut zwei Monate – war der dritte Einsatz als Militärbeobachter im Südsudan. Franke war für die „United Nations Mission in the Republic of South Sudan“ (UNMISS) im Einsatz. Anlass der 2011 beschlossenen Mission war die Gründung des selbstständigen Staates Südsudan im selben Jahr. Die Aufgaben: Schutz von Zivilpersonen, Überwachung und Untersuchung auf dem Gebiet der Menschenrechte, Schaffung der Bedingungen für die Bereitstellung humanitärer Hilfe, Unterstützung der Durchführung des Abkommens über die Einstellung der Feindseligkeiten.

„Das wird ein Dauerauftrag“, kommentierte ein Zuhörer, als es nach dem Vortrag in die Diskussion ging. Er erfragte den Sinn dieser Mission: „Es muss doch Ergebnisse geben.“ Franke gab zu: „Man muss Zeit investieren. Der Prozess wird begleitet, so dass die Staaten stabiler werden.“ Keul betonte, dass eines der wichtigen Ziele dort sei, die Menschenrechte zu schützen. Sie wünsche sich, dass Deutschland den Einsatz stärker unterstütze. 13 Bundeswehrsoldaten seien zurzeit im Südsudan, ergänzte Grünen-Vorstandsmitglied Birte Wachtendorf – 50 seien möglich.

Gespräche führen

Als einer von 22 Militärbeobachtern hatte Franke die Sicherheitslage in Unity, einem Bundesstaat im Südsudan, im Blick. Nur einige der Probleme in Unity, die Auswirkungen auf gesamt Südsudan haben: die Regierung, die nicht gefestigt wirke, Viehdiebstähle, Korruption, zeitweise Wasserknappheit. Die Militärbeobachter suchen unter anderem mit Unterstützung von Schutztruppen das Gespräch mit Verantwortlichen vor Ort, beispielsweise dem Bürgermeister. Frankes Fazit nach fast einer Stunde Vortrag: „Wir sollten uns bewusst werden, wie gut es uns hier geht.“ Europa sei weit davon entfernt, Südsudan gemeinsam zu unterstützen.

Verena Sieling
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