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Sportlerwahl Ein Leben zwischen Fußballplatz und Kegelbahn

Hude - „Sport ist mein Leben!“ Wenn Marianne Lübbering diesen Satz ausspricht, dann klingt aus ihren Worten die volle Überzeugung. Kein Wunder: Die 77-Jährige aus Hude hat sich in mehr als einem halben Jahrhundert als Spielerin und Trainerin auf dem Fußballplatz sowie als mehrfache Deutsche Meisterin auf der Kegelbahn einen Namen in der Sportszene gemacht.

„Das letzte Jahrzehnt war mein erfolgreichstes beim Kegeln“, resümiert Lübbering. Dass sie nun deswegen in der Kategorie „Sportlerinnen“ bei der NWZ-Sportlerwahl des Jahrzehnts nominiert wird, hätte die Huderin vor 51 Jahren sicherlich nicht geahnt. Damals hatte sie gerade mit dem Hobbykegeln angefangen. „Das war alles ganz locker“, erinnert sich Lübbering, die zu dieser Zeit sowieso schon ein größeres Hobby verfolgte. Denn damals war sie maßgeblich an der Gründung der Frauenfußballmannschaft des FC Hude beteiligt. „Ich war immer auf Mannschaftssport fixiert“, erzählt Lübbering, die durch ihren Mann Hartmut – ebenso Fußballer – vorbelastet war.

Als ein paar Jahre später auch die erste Tochter zum Fußball kam und hier 1979 der Trainer fehlte, übernahm Marianne Lübbering diese Aufgabe. Aktiv spielte sie weiter bei den Huder Damen, wo sie erst als 40-Jährige aufhörte, „um den Jüngeren eine Chance zu geben“, wie sie sagt.

Aktuelle Situation

Fast ein Jahr liegt das letzte Turnier für die Huder Sportkeglerin Marianne Lübbering mittlerweile schon zurück. Am 7. März 2020 nahm sie an der Bezirksmeisterschaft teil – danach folgte eine lange coronabedingte Zwangspause für Lübbering und ihre Mitstreiter.

„Im September haben wir kurz versucht, das Training aufzunehmen. Aber damit war dann auch schnell wieder Schluss“, erzählt die Huderin, die sowohl ihren Sport als auch die Gemeinschaft vermisst. Die Saison 2020/21, in der Lübbering mit der SG Ganderkesee/Immer in der Verbandsliga der Damen aktiv war, wurde wie der gesamte Spielbetrieb innerhalb des Verbandes abgesagt. „Das ist natürlich für alle schade“, betont die Huderin.

Ihr Ersatzprogramm während der Corona-Zwangspause beläuft sich auf Fahrradfahren und Bewegungsübungen daheim. „Hoffen wir, dass wir bald wieder starten und auch Meisterschaften kegeln können“, blickt Lübbering voraus.

Dennoch blieb sie auf dem Fußballplatz, machte als Trainerin den B-Schein. Sage und schreibe 33 Jahre trainierte sie beim FC die Nachwuchsteams – ganze Generationen lernten bei ihr Dribbling, Torschüsse und Zusammenspiel. „Fußball war alles“, sagt sie heute.

Sportartenwechsel

„Nur“ noch als Trainerin tätig zu sein, reichte Marianne Lübbering damals allerdings nicht. „Ich musste noch etwas für mich haben, damit ich weiter sportlich gefordert bin“, erzählt sie. Und so rückte das Kegeln, das bis dahin eher nur dem Zeitvertreib und der Geselligkeit diente, plötzlich in den Vordergrund. Dem Aufruf des KSC Hude im Jahr 1983 nach neuen Spielerinnen folgte Lübbering. „Ich hatte wohl eine ganz gute Technik“, berichtet sie über ihren gelungenen Sportartenwechsel.

Als dann 1996 das Angebot kam, zu BW Delmenhorst zu wechseln, ging es für die Huderin mit dem Leistungssportkegeln los. Vor den Spielen in der Verbandsliga – der damals zweithöchsten Klasse direkt unter der Bundesliga – wurde immer Sondertraining vereinbart. Zeit für andere Dinge blieb kaum. Vom Fußballplatz ging es für sie häufig direkt weiter auf die Kegelbahn. „Ich bin quasi aus dem einen Trainingsanzug raus und in den anderen rein“, lacht sie.

Aufstieg in Bundesliga

Ihr sportlicher Einsatz spiegelte sich schließlich auch in Erfolgen wider. Mit den Delmenhorsterinnen gelang 1998 der Aufstieg in die Bundesliga. „Das war ein Highlight“, erinnert sich Lübbering, „wir waren eine tolle Gemeinschaft.“

Aber auch in Einzelwettbewerben ließ es die Huderin auf der Kegelbahn richtig krachen. Bei Deutschen Meisterschaften gewann sie unter der Flagge des SKV Delmenhorst in ihrer Altersklasse sieben Mal den Titel – erstmals 2005, letztmalig 2019. „Diese Erfolge kamen natürlich nicht von alleine“, beteuert Lübbering. So habe unter anderem ihr damaliger Trainer Reinhard Meyer einen großen Anteil an der Leistungssteigerung gehabt.

Neben ihren vielen DM-Titeln zählt die 77-Jährige aber auch diverse Mannschaftswettbewerbe zu den Höhepunkten ihrer Sportkarriere. Besonders die Ländervergleichsspiele, bei denen sie viermal den Sieg für Niedersachsen holen konnte, seien „immer ein Erlebnis“ gewesen. Während hier bei der Siegerehrung das Niedersachsenlied gespielt wurde, bekam Lübbering bei einem anderen Vergleichswettkampf sogar schon die Nationalhymne zu hören. Denn mit der Nationalmannschaft der Seniorinnen nahm sie 2006 und 2009 an Länderspielen in Dänemark teil.

Dass aufgrund der Pandemie momentan keine Wettbewerbe stattfinden, bedauert die Huderin sehr. „Aufhören werde ich deswegen aber nicht – ich möchte ja nächstes Jahr meinen DM-Titel wieder verteidigen“, betont sie. Sport ist eben ihr Leben...

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)
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