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Sportlerwahl Vereinstreuer Führungsspieler reißt beim TV Hude alle mit

Guido Finke

Hude - Er ist ein Ausnahmekönner in seiner Sportart, und er verkörpert die Begriffe Vereinstreue und Ehrenamt wie kaum ein Zweiter. Tischtennis-Ass Felix Lingenau ist ein absoluter Glücksfall für die gesamte Sportart im Landkreis und so etwas wie die Seele des TV Hude. Dank seiner vielen Erfolge bei Turnieren und im Punktspielbereich sowie aufgrund seiner außerordentlichen Vorbildfunktion ist der 41-Jährige bei der NWZ-Sportlerwahl des Jahrzehnts in der Kategorie „Sportler“ nominiert.

Ob am Tisch oder auch außerhalb der Halle – der inzwischen in Berne lebende Lingenau ist nach wie vor in verschiedenen Bereichen tätig. Neben dem aktiven Sport und seinem Engagement im Jugendbereich leitet er beim TV Hude hauptamtlich als Sportreferent die Geschicke des Vereins. Darüber hinaus ist Lingenau in ehrenamtlicher Funktion Vorsitzender des Tischtenniskreises Oldenburg-Land/Delmenhorst.

Seine Verdienste hebt einer seiner längsten Wegbegleiter hervor: „Als junger Erwachsener führte Felix die erste Tischtennismannschaft des TV Hude in die Oberliga, davon ein Jahrzehnt als Spitzenspieler“, lobt TVH-Abteilungsleiter Bernd Hedenkamp die Leistungen des Huder Eigengewächses. „Lukrative Angebote anderer Vereine lehnte er stets uneigennützig ab, stattdessen blieb er seinem TV Hude von frühester Jugend an treu. Der TV Hude darf sich glücklich schätzen, in Felix Lingenau jemanden gefunden zu haben, der seinen Beruf zur Berufung gemacht hat.“

Gesamtpaket passt

Lingenau räumt ein, dass es hier und da die Möglichkeit gegeben habe, bei einem anderen Club höherklassiger zu spielen. Doch er widerstand allen Verlockungen: „Ein oder zwei Mal gab es diese Überlegung, es wurde jedoch nie konkreter“, sagt er. „Allerdings war und bin ich nie vereinstreu aus der reinen Vereinstreue heraus gewesen, sondern vor allem deswegen, weil ich das Gesamtpaket beim TV Hude einfach allen anderen Alternativen Jahr für Jahr wieder als das für mich Passendste empfunden habe.“

Zur Person

Im Alter von elf Jahren begann Felix Lingenau mit Tischtennis. Er kam auf dem Hof der Hohelucht-Schule in Hude, wo noch heute einige Holz-Tische stehen, erstmals mit der schnellen Rückschlagsportart in Kontakt.

Auch Handball und Fußball probierte der heute 41-Jährige aus, ehe sein Sportlerherz endgültig dem Tischtennis gehörte. Sein aktueller QTTR-Wert liegt bei 1934, der Bestwert war im Januar 2009 mit 2074. Vor zwei Jahren entdeckte er bei den Deutschen Meisterschaften der Herren 40 seine Begeisterung für den Seniorenbereich. Doch auch das Tennis fasziniert das Allroundtalent, denn Lingenau schlägt schon seit längerem für den Huder Tennisverein auf.

Schon mit 14 Jahren übernahm er in der Tischtennisabteilung des TVH das Amt des Jugendwartes. Beruflich führte sein Weg zwischenzeitlich als Sportreferent zum Deutschen Ruderverband nach Hannover und zum Deutschen Tischtennis-Bund nach Frankfurt. Der neu geschaffene hauptamtliche Posten als Sportreferent beim TV Hude lockte Lingenau schließlich vor zehn Jahren wieder zurück zu seinem Heimatverein.

Im oberen Paarkreuz der Oberliga mehrfach ausgeglichene bis knapp positive Einzelbilanzen errungen zu haben und das Niveau über lange Zeit halten zu können, sind aus seiner persönlichen Sicht die tragenden Säulen seiner 30 Jahre langen Ära im Klosterort. Daneben erinnert sich Lingenau besonders gern an das Erreichen des Achtelfinals bei den norddeutschen Meisterschaften bei den Herren. „Aus mannschaftlicher Sicht ragten die mehrfache Teilnahme an den deutschen Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen sowie der vierte Platz in der Oberliga, als Martin Gluza noch Topspieler in Hude war, heraus“, so Lingenau.

In Oberliga etablieren

Und welche Ziele schweben dem Blondschopf noch vor? „Persönliche Ziele habe ich nicht mehr, jedoch durchaus mit Mannschaft und Verein. Es wäre schön, wenn wir es schaffen, uns auch unter neuen Vorzeichen – künftig wird mit Vierer-Mannschaften gespielt – in der Oberliga zu etablieren“, erklärt Lingenau. Ein weiteres Steckenpferd ist die Jugendarbeit: „Wir möchten mit dem TV Hude wieder zu einem Vorreiter in der Region werden.“

Da er selbst als Familienvater derzeit andere Prioritäten hat, als seine sportliche Leistung zu maximieren, könne sich Lingenau damit anfreunden, „künftig die zweite oder dritte Mannschaft zu unterstützen und für einen starken Unterbau zu sorgen“. Aktuell jedoch muss sich Lingenau in erster Linie – und das bereits seit Monaten – mit dem Managen von Corona-Vorgaben auseinandersetzen, anstatt aktiv mit dem Schläger auf den weißen Ball zu hauen.

In diesen Tagen kreisen seine Gedanken aber auch um die Sportlerwahl. „Natürlich ist es eine große Ehre, dass andere meine Leistungen so einschätzen und ich nun auf der Liste der Nominierten stehe“, betont Lingenau. „Genauso freue ich mich über jede Stimme für mich. Aber ich sehe auch die Leistungen der anderen Nominierten, und die haben teilweise ganz andere Titelsammlungen vorzuweisen. Jedem der Nominierten würde ich den Titel gönnen.“

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