Hude - Hier kann man sich gut erholen und Urlaub machen! – Das ist die zentrale Botschaft, mit der das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ signalisiert, dass in Hude eine entsprechend geprüfte touristische Infrastruktur vorhanden ist. Zurzeit kann noch niemand sagen, wann die Hotels und Restaurants wieder Gästeverwöhnen dürfen. Doch für den Neustart gibt es zumindest schon mal eine gute Nachricht: Der Ortskern von Hude (eingebunden ist der Ortsteil Vielstedt) darf auch weiterhin mit dem Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ um Touristen werben.
Hoher Aufwand
„Das ist eine sehr wichtige Sache“, so Bürgermeister Holger Lebedinzew. Deshalb wurde auch dieses Mal der hohe Verwaltungsaufwand nicht gescheut, um im Zuge einer Nachprüfung in die Verlängerung, des schon 1974 erstmals an Hude verliehenen Prädikats, zu gehen.
Ob die Voraussetzungen noch vorliegen, wird alle zehn Jahre gemäß der „Verordnung über die staatliche Anerkennung von Kur- und Erholungsorten“ intensiv überprüft, berichtet Regina Wolff, Sachbearbeiterin Tourismus im Rathaus. Gemeinsam mit dem Team der Touristik-Palette Hude e. V. hat sie die umfangreiche Prüfung und Sichtung begleitet. Das geschah durch eine Prüferin des Amtes für regionale Landentwicklung Weser-Ems aus Oldenburg im Sommer 2020. Freizeitanlagen, Grünanlagen und Sehenswürdigkeiten wurden unter die Lupe genommen sowie auch die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr. Hier kann Hude mit der tollen Bahnanbindung punkten.
Prüfung vor Ort
Vor der Besichtigung galt es, einen umfangreichen Fragenkatalog zu beantworten. Dabei ging es unter anderem um die kulturellen Angebote, die Erholungsflächen, Nachweise und Statistiken.
Die Anzahl und Qualität der Beherbergungsmöglichkeiten wurde bewertet. In diesem Bereich konnte die Gemeinde mit Neu- und Erweiterungsbauten der örtlichen Hotels ebenfalls punkten, wie der Bürgermeister erklärte.
Übernachtungen
Rund 11 000 Übernachtungen zählte die Gemeinde jährlich – vor Corona. Dabei sind nur die Betriebe mit 14 Betten und mehr erfasst. Gut ein Drittel sei noch hinzuzurechnen für kleinere Pensionen, Gästezimmer und Ferienwohnungen, so Kerstin Sonka von der Touristik-Palette.
In der Regel blieben die Übernachtungsgäste zwei bis drei Tage, um von hier aus das Umland zu erkunden oder auch Tagesausflüge an die Nordsee zu unternehmen. „Man kommt von hier schnell zur Küste“, so Regina Wolff. Die Gemeinde Hude habe touristisch und kulturell sehr viel zu bieten. Gerade auch für Radtouristen gebe es durch das neue Knotenpunktsystem vieles noch einfacher zu entdecken, so Kerstin Sonka von der Touristik-Palette.
Das Moor, die ausgedehnten Wälder – und natürlich der Klosterbezirk mit der Klosterruine und der Elisabeth-Kirche. Das macht Hude aus. Aber auch die vielen kulturellen Veranstaltungen sowie das umfangreiche Gästeführerangebot. Zurzeit ist aufgrund der aktuellen Corona-Situation leider das vielfältige Angebot komplett zum Erliegen gekommen. Das Gästeführerteam habe aber schon eine Vielzahl an Touren vorbereitet. Die große Hoffnung ist, dass davon vielleicht einige schon ab April auch durchgeführt werden können.
Tourist-Info
Voraussetzung für das Erholungsort-Prädikat war auch eine mit der „i-Marke“ zertifizierte Tourist-Info vor Ort. Schon seit acht Jahren ist das der Fall.
Nach der Verordnung müssen die anerkannten Erholungsorte zur Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit beitragen. „Das ist in Hude ebenfalls der Fall“, so Regina Wolff.
Der Vorteil des Prädikats ist vor allem, dass man damit werben kann. Aber es gibt auch einen anderen Vorteil, der bislang jedoch noch kein Thema war und wohl auch künftig nicht sein wird: Mit der Anerkennung ist es nämlich auch möglich, besondere Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen für bestimmte Geschäfte im Einzelhandel vor Ort zu ermöglichen.
Wegweisung kommt
Ein Manko, das auch bei der aktuellen Prüfung auftauchte, ist die touristische Beschilderung. Das war der Prüferin mit ihrem „auswärtigen Blick“ aufgefallen.
Die Verbesserungsvorschläge werde man umsetzen. So sei bereits eine Wegweisung ab Bahnhof aus dem Ort heraus in Arbeit und werde noch in diesem Frühjahr installiert, sagte Sachbearbeiterin Regina Wolff.
