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Bauen in Hude Nerven liegen blank an der Ahornstraße in Vielstedt

Die Ahornstraße in Vielstedt: Rechts die alte Siedlung im Grünen, links der Maisacker, auf dem das kleine Baugebiet geplant ist.

Die Ahornstraße in Vielstedt: Rechts die alte Siedlung im Grünen, links der Maisacker, auf dem das kleine Baugebiet geplant ist.

Hude/Vielstedt - Die Nerven liegen blank bei einigen Anwohnern der Ahornstraße in Hude-Vielstedt. Vor rund zehn Monaten wurden sie davon überrascht, dass die eigens gegründete Wohnbauflächenentwicklungsgesellschaft Vielstedt GbR mit dem Antrag an die Gemeinde herangetreten ist, für eine neue Wohnbausiedlung einen Bebauungsplan aufzustellen. Begründet wurde dies mit dem Wunsch von acht Parteien, die in Vielstedt leben oder einen engen Bezug zur Ortschaft haben, auf dem Areal südöstlich der Ahornstraße baureife Grundstücke zu entwickeln, zur eigenen Nutzung und auf eigene Rechnung (wir berichteten). Das Areal, bislang landwirtschaftlich genutzt, liegt direkt vor der Haustür der jetzigen Anwohner. Seit Bekanntwerden der Pläne ist die Welt an der Ahornstraße nicht mehr in Ordnung. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, in der es auf Antrag der Freien Wähler um die Ergebnisse einer grundsätzlichen Prüfung ging, wo überhaupt nach dem Baurecht in der gesamten Bauerschaft Vielstedt Baulandausweisung möglich ist, meldeten sich erneut mehrere Anwohner in der Einwohnerfragestunde zu Wort.

Vertagung gefordert

Die Anwohner brachten ihre Verwunderung zum Ausdruck, dass sich der Fachausschuss des alten Rates noch mit dem Thema befasst und forderten Vertagung. Letztendlich hat der Fachausschuss beschlossen, das Thema zu Beginn der neuen Wahlperiode im „neuen“ Fachausschuss aufzugreifen. Zuvor gab es eine intensive Diskussion.

Es sei gut, wenn junge Menschen sich um Wohnraum in ihrer Heimat bemühten, sagte FDP-Ratsfrau Anke Schröder. „Sonst sterben die Dörfer aus.“ Sie sehe das Vorhaben der GbR auch als Mehrgenerationenprojekt. Großeltern, Eltern, Kinder und Enkel seien füreinander da – mit kurzen Wegen. Für die FDP sei das Projekt denkbar, wenn sichergestellt werde, dass die Grundstücke nur an Vielstedter gingen, längerfristig nicht vermietet oder verkauft würden und ein Infrastrukturausgleich gezahlt werde.

Stirbt das Dorf aus?

Dass das Dorf aussterbe, könne sie aus eigener Anschauung als Vielstedterin so nicht stehenlassen, sagte hingegen Grünen-Ratsfrau Kirsten Neuhaus. In Vielstedt gebe es schon jetzt viele junge Leute. Neuhaus: „Wir müssen wirklich gucken, wie viel Wohnraum brauchen wir?“ Die Grünen fordern ein Wohnbedarfsanalyse für Hude und lehnen das Vorhaben ab.

Dass es längst entsprechende Studien zu den großen Bedarfen für Hude gebe, zum Beispiel von der Bertelsmann-Stiftung, erwiderte Andreas Otte (CDU). Wenn man immer nur sage „Vor unserer Haustür nicht!“, werde man nie zu Bauland kommen. Das Interesse der Vielstedter GbR sei berechtigt, so Otte. Wichtig sei, eine weitgehende Akzeptanz der Nachbarn zu erreichen, erklärte Heiko Aschenbeck (SPD). Das verlorene Vertrauen nach den Irritationen der letzten Zeit müsse wieder hergestellt werden.. Die Details, um sicherzustellen, dass nur Vielstedter in dem neuen Gebiet bauten, könnten in einem Erschließungsvertrag mit der Gemeinde sichergestellt werden, betonte Dirk Vorlauf (CDU).

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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