Hude/Vielstedt - Es sollte ein ganz besonders schönes Dreschfest in diesem Jahr werden. Die Frünn van de ole Landmaschin aus Hude-Vielstedt feiern nämlich ihr 30-jähriges Bestehen. Regelmäßig locken sie mit ihren alle zwei bis drei Jahre stattfindenden Dreschfesten Tausende von Besuchern an. Das wäre auch in diesem Jahr am 28. und 29. August der Fall gewesen. Doch das 13. Dreschfest wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt, um die Gesundheit der Besucher nicht zu gefährden. „Dann feiern wir eben im nächsten Jahr 30 plus eins“, so Linda Alzog, die seit 2011 Vorsitzende des rührigen Vereins ist.
Das Getreide gesät
Vorbereitet war schon alles: Das Getreide auf einem rund 7000 Quadratmeter großen Feld wurde angesät und wächst. Sogar ein extra Blühstreifen rund ums Veranstaltungsgelände wurde angelegt. Und zehn Reihen Kartoffeln waren im Frühjahr gepflanzt worden, um sie beim Dreschfest mit alter Technik zu ernten. Gerade auch den Kindern wollen die Frünn van de ole Landmaschin näherbringen, wie hart früher in der Landwirtschaft gearbeitet wurde. Die modernen Maschinen gab es noch nicht. Vieles war Handarbeit, oft kamen nur vierbeinige Pferdestärken zum Einsatz.
Der Verein hat sich der Erhaltung und Pflege der alten Gerätschaften aus Ackerbau und Viehzucht verschrieben. Die alten Arbeitsweisen auf Feld und Hof, im Handwerk und im Haushalt sollen so nicht in Vergessenheit geraten. Umfangreich ist die Sammlung historischer Gerätschaften. Mehr als 100 sind es mittlerweile, vom Waschbrett bis zum stationären Dieselmotor, der früher in einer Mühle zum Einsatz kam.
Der „Malle Jan“
Und auch der „Malle Jan“ gehört dazu. Ein Gerät, das das Holzrücken in unwegsamen Wäldern ermöglichte. Das Gerät „Malle Jan“, von den Vielstedter Frünn in Moorriem erworben, steht auch bereits in der Remise hinter dem Vielstedter Bauernhaus. Diese hat der Verein errichtet, um hier seine Gerätschaften zu präsentieren.
Die Frünn van de ole Landmaschin waren zunächst als Abteilung des Orts- und Heimatvereins Vielstedt aktiv und organisierten schon bald das erste Dreschfest.
Vor 30 Jahren gründet sich dann ein eigener Verein, der die immer größer werdenden Dreschfeste vorbereitete und weitere Angebote gestaltete.
Aktuell sind es rund 160 Mitglieder, die Spaß an den altem Sachen haben und gerne auch der Jugend zeigen, wie ältere Generationen früher gearbeitet haben. „Wir freuen uns jetzt auf das nächste Jahr“, sagen die Frünn.
