Hude - Das vom Huder Gemeinderat beschlossene Dichtemodell, das den Umfang der Bebauung regelt, um den bisher schon arg zugenommenen „Wildwuchs“ durch massive Bebauung, gerade auch in gewachsenen Einfamilienhaus-Siedlungen einzudämmen, behagt nicht allen Investoren. Sie legen auch schon mal Einspruch ein, wollen mehr als das durch das Modell noch Erlaubte und verweisen auf Nachbargrundstücke, wo in der Vergangenheit auch mehr möglich war.
Keine Ausnahmen
„Wenn wir im größeren Maße vom Dichtemodell abweichen, öffnen wir die Scheunentore“, warnte André Heinemann (FDP) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung. „Dann hätten wir das Ding nicht beschließen müssen“, stellte er fest. „Wir haben lange darum gerungen. Ein Abweichen, nur weil es Begehrlichkeiten gibt, kann ich nicht verstehen“, stellte auch Ursula Budde (Freie Wähler) fest. Ulrike Janz-Janzen (SPD) forderte ebenfalls keine Anpassung auf Wunsch von Investoren. Sobald man Abweichungen zulasse, verlasse man das Zielkonzept des Dichtemodells, warnte auch Fachbereichsleiterin Martina Schneider.
CDU rudert zurück
CDU-Fraktionschef Dirk Vorlauf konnte zunächst noch dem Vorschlag des Planers, mehr zuzulassen bei der Bebauung, etwas abgewinnen, um so mehr Wohnraum schaffen zu können, der in Hude dringend benötigt werde. Am Ende ruderte aber auch die CDU zurück. Bauherren sollen sich an das Dichtemodell halten, so die Empfehlung. In der Sitzung des Ausschusses ging es um drei Bebauungspläne in Hude, die auf Grundlage des Dichtemodells überarbeitet werden (Hude II - Klosterweg/An der Weide/Königstraße/Jägerstraße (Nr. 7e), „Hermannstraße/Löpe“ (Nr. 15 h) und „Ulmenstraße/Am Goldberg/Kantstraße/Schillerstraße“ (Nr. 6).
Klimaschutz angemahnt
Im Zuge der anstehenden Änderungen bzw. Neufassungen der alten Bebauungspläne fordern die Grünen mittlerweile „gebetsmühlenartig“ für künftige Neubauten auch in diesen Bereichen, zwingend Photovoltaik, stärkere Regenwasserversickerung und bei Flachdächern eine Begrünung vorzuschreiben. Klimaschutz sollte sich auch in Bestands-Bebauungsplänen wiederfinden, sagte Kirsten Neuhaus (Grüne). Für Investoren, die auf Bestandsgrundstücken das Maximale an Mieten oder Verkaufserlösen herausholten, sollte diese Minimalforderung zum Klimaschutz doch machbar sein, so Karin Rohde (Grüne). Die Grünen scheiterten mit ihren Anträgen. „Für alle neuen Bebauungspläne sollten wir das offensiv machen, aber nicht in Bestandsplänen“, so Dirk Vorlauf (CDU).
