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Nach Wohnungsbrand in Hude Sie haben alles verloren - Mutter und Sohn von Hilfsbereitschaft überwältigt

Kerstin und Luca Viand (Mitte) nahmen am Sonnabend eine großzügige Geldspende von Michael Bruns (rechts) im Huder Rathaus entgegen. Bürgermeister Jörg Skatulla (links) hatte zuvor die Schlüssel für die kurzfristig zur Verfügung gestellte Gemeindewohnung übergeben.

Kerstin und Luca Viand (Mitte) nahmen am Sonnabend eine großzügige Geldspende von Michael Bruns (rechts) im Huder Rathaus entgegen. Bürgermeister Jörg Skatulla (links) hatte zuvor die Schlüssel für die kurzfristig zur Verfügung gestellte Gemeindewohnung übergeben.

Hude - „Alle kommen auf einen zu und wollen helfen. Wir wissen gar nicht, was wir dazu sagen sollen. Das ist der Wahnsinn“, sagt Kerstin Viand. Sie ist sehr dankbar. Die Huderin und ihre Familie haben bei dem verheerenden Brand eines Zweiparteienhauses an der Hohen Straße am frühen Abend des 21. November alles verloren. „Wir standen vor dem Nichts“, sagt Kerstin Viand. Sie und ihr Sohn Luca hatten sich zwar noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können, doch sie hatten kaum etwas aus der Wohnung retten können. Ihr Mann Christian lag zu der Zeit in der Klinik. Groß war die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. „Mein Sohn und ich sind mittlerweile komplett mit Kleidung aus Spenden versorgt“, sagt Kerstin Viand. Auch Bettwäsche, Handtücher und Hygieneartikel und vieles mehr für den täglichen Bedarf wurden gespendet. Kerstin Viand ist überwältigt. „Das macht einem schon Mut, dass es jetzt auch wieder vorwärts geht“, sagt sie.

Auch vonseiten der Gemeinde Hude gab es schnelle Unterstützung. Am Samstag konnte Bürgermeister Jörg Skatulla den Viands die Schlüssel für ein möblierte Doppelhaushälfte als kurzfristige Notunterkunft der Gemeinde übergeben. Sie diene als Zwischenlösung, bis die Familie eine neue Unterkunft auf dem freien Markt gefunden habe, so der Bürgermeister.

Zeichen gesetzt

Neben vielen Sachspenden, die die Familie aus der Bevölkerung erhalten hat, gab es eine besondere Überraschung. Der Augustfehner Michael Bruns hatte sich gleich nach dem Brand bei Bürgermeister Jörg Skatulla gemeldet, um der Familie eine großzügige private Geldspende zukommen zu lassen. Er habe den Zeitungsbericht über das Feuer gelesen und spontan beschlossen, 1000 Euro zu geben, so Bruns gegenüber unserer Zeitung. „Ich finde den Fall tragisch“, so Bruns. Er möchte der Familie bei all ihren Schicksalsschlägen gerade auch die Zeit vor Weihnachten etwas entspannter machen. Michael Bruns will damit auch ein Zeichen setzen. Vielen gehe es ganz gut, andere aber seien besonders schlecht dran. Und das in einer Zeit, wo der Wertewandel in der Gesellschaft sich im Sturzflug befinde. „Wir halten zusammen auch in schwierigen Zeiten, wir schaffen das“, sagt der Augustehner, der stellvertretender Filialleiter bei einer Bank ist. Schlechte Nachrichten gebe es in dieser Zeit schon genug.

Wieder Mut gefasst

„Der Zusammenhalt in der Not ist großartig“, sagt Bürgermeister Jörg Skatulla. Die Hilfe, die der Familie von vielen Seiten zuteil werde, sei bemerkenswert. Er sei auch sehr dankbar, dass sein Team im Rathaus so schnell und unkompliziert in der größten Not habe helfen können.

Kerstin Viand hat jedenfalls wieder Mut gefasst. Sie hofft, dass bald wieder eine Wohnung gefunden werden kann. Dies sollte möglichst ebenerdig sein. Denn noch weiß sie nicht, wie mobil ihr Mann sein wird, wenn er aus der Reha zurückkehrt. Wie unsere Zeitung berichtete, vermittelt Gundula Brunken von der Gemeindeverwaltung, Tel. 04408 921326, gern den Kontakt von potenziellen Vermietern zur Familie Viand. Kerstin Viand will sich als Erstes jetzt auch um eine Hausratversicherung kümmern. Die gab es bislang nicht.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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