Hude/Wüsting - Sie strahlt einem schon von weitem entgegen: Die Sonne am Startpunkt des Huder Planeten-Lehrpfades ist neu lackiert worden. Dieses Mal hat Malermeister Erwin Kuczenski aus Wüsting die Kugel in „Signalgelb“ gestrichen. Wieder machte er es kostenlos, wie schon vor fünf Jahren. Eine besondere Wertschätzung für den Planetenlehrpfad, der in diesem Jahr, zum 25-jährigen Bestehen, herausgeputzt wurde. Unter anderem wurden auch neue Infotafeln aufgestellt, auf denen Interessierte Wissenswertes erfahren.

Wo gibt es Infos?

Der Planeten-Lehrpfad bietet auf sechs Kilometern Länge die Gelegenheit, eine Reise durch unser Sonnensystem zu unternehmen. Da alles rund eine Milliarde mal verkleinert wurde, lässt sich die Strecke mühelos auch ohne Lichtgeschwindigkeit bewältigen, zu Fuß oder auch mit dem Rad. Start- oder Endpunkt sind jeweils das Sonnenmodell in Wüsting und der Standort des Zwergplaneten Pluto am Lehmweg in Hude. Eine informative Begleitbroschüre ist bei der Touristik-Palette-Hude erhältlich (info©Touristik-Palette-Hude.de). Ausführliche Infos und eine Karte gibt es auch auf der Internetseite:

Die Texte wurden von den Initiatoren des Lehrpfades, Dr. Günter Alfs und Hartmut Langetepe, überarbeitet. Sie nehmen die heutige Situation zum Anlass, auch deutlich darauf hinzuweisen, dass es nach wie vor keinen „Planeten B“ gibt, wenn die Menschheit ihren „Planeten A“, die Erde, irgendwann zugrunde richtet. „Angesichts der Klimaveränderungen erkennen viele Menschen, wie einzigartig unser Planet Erde ist“, steht denn auch auf einer der neuen Infotafeln. Und es wird auch erklärt, welche Bedingungen überhaupt erfüllt sein müssen, damit sich menschliches Leben auf einem Himmelskörper entwickeln kann.

Die den meisten unvorstellbaren Dimensionen des Kosmos ein wenig begreiflicher machen: Das war die Idee, mit der die beiden astronomisch interessierten Huder Lehrer seinerzeit an die Gemeinde herangetreten waren. Daran erinnerte Wirtschaftsförderer Roland Arndt am Freitag bei einem Pressetermin.

Kaum jemand könne sich die Entfernungen in unserem Sonnensystem vorstellen, so die Initiatoren. Und deshalb wollten sie an einem sechs Kilometer langen Wegstück, das Ganze im Maßstab eins zu einer Milliarde für jeden erfahrbar machen, einhergehend mit verständlichen Erläuterungen.

Der Merkur, als erster Planet im Sonnensystem, ist von der Sonne rund 58 Millionen Kilometer entfernt. Auf dem Planeten-Lehrpfad sind es zwischen der Sonne und der Station „Merkur“ gerade mal 59,9 Meter, um nur ein Beispiel zu nennen.

Auch wird bei der Exkursion auf dem sechs Kilometer langen Pfad vielen vielleicht klar, „wie klein die Menschen in diesem System sind“, sagt Dr. Günter Alfs. Aber in erster Linie geht es um die Entfernungen und Größen, manchmal auch mit irdischen Vergleichen, um überhaupt veranschaulichen zu können, was sich da im Kosmos abspielt.

Man habe mit dem Planeten-Lehrpfad etwas schaffen wollen, was nicht leicht zerstörbar sei, sagte Hartmut Langetepe. Das ist gelungen. Auch ein Zeichen der Wertschätzung. In Wüsting hat die Werbegemeinschaft die Sonne, gestaltet aus einem alten Ariane-Tank, sogar in ihrem Logo. Der Bürgerverein Wüsting spendierte Sitzbänke. Kfz-Meister Michael Schütte mäht regelmäßig den Bereich. Und Malermeister Kuczenski will auch in ein paar Jahren der Sonne wieder kostenlos einen frischen Anstrich geben, versprach er am Freitag.

Der Planeten-Lehrpfad sei einmalig in Norddeutschland und eine touristische Attraktion, hieß es. Es werde regelmäßig Info-Material abgefragt, wusste Kerstin Sonka von der Touristik-Palette zu berichten.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude