Hude/Wüsting - Seit Montagabend ist es offiziell: Auf der CDU-Mitgliederversammlung, die unter Wahrung der Hygieneregeln als Präsenzveranstaltung im Saal des Wüstenlander Hofes stattfand, haben 15 stimmberechtigte Mitglieder des CDU-Gemeindeverbandes sich mit 13 Ja- sowie jeweils einer Neinstimme und einer Enthaltung dafür ausgesprochen, den Rasteder Stephan Tapper als unabhängigen Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Hude zu unterstützen.
Es war eine überschaubare Teilnehmerrunde. Angesichts der pandemischen Situation waren gerade ältere Mitglieder zu Hause geblieben, erklärte Vorsitzender Dirk Vorlauf. Vor einer so wichtigen Entscheidung müsse der Bewerber die Möglichkeit haben, sich persönlich vorzustellen. Deshalb die Präsenzsitzung. Mit Maske und Abstand. Ohne Getränke. Im Schnelldurchlauf.
Die Moderationsrolle des Bürgermeisters hob CDU-Vorsitzender Dirk Vorlauf hervor. Der Bürgermeister sei Schnittstelle für die Kommunikation zwischen Rat, Verwaltung und Bürgern. Wichtig sei, dass es dem Amtsinhaber gelinge, etwas zu erklären und verständlich zu machen, für alle Beteiligten, betonte Vorlauf. „Zusammenführen und nicht polarisieren“, beschrieb es sein Parteikollege Rolf Junkermann.
Die Parteien im Huder Rat liegen mit ihren Zielen oft gar nicht so weit auseinander, hat Stephan Tapper festgestellt, nachdem er sich informiert hat. Es gebe viele Überschneidungen. Gute Voraussetzungen, dass es nicht nur ein Gegeneinander gebe. Tapper möchte jedenfalls „Bürgermeister für alle“ sein, wenn er denn gewählt werden sollte.
Als unabhängiger Bewerber muss Stephan Tapper jetzt Unterschriften sammeln. 160 sind erforderlich, wie CDU-Vorsitzender Dirk Vorlauf berichtete. Vordrucke wurden in der Versammlung verteilt.
Die Kandidatensuche des CDU-Gemeindeverbandes für den Huder Gemeinderat ist nach den Worten des Vorsitzenden Dirk Vorlauf schon sehr gut gelaufen. Es stünden noch einige Gespräche an. Insgesamt wolle man mit einer mindestens 20-köpfigen Bewerber-Riege antreten. 17 Zusagen gebe es, gut verteilt über die Gemeinde. Gesucht werde unter anderem noch jemand für Hurrel/Hemmelsberg/Altmoorhausen. Schwach vertreten in der Huder CDU sind nach wie vor die Frauen. So nahm auch an der Versammlung am Montag nur eine Frau teil – als Gast.
Die Wähler
Die Wähler wolle die Wahl haben, sagte Vorlauf. Dass fast alle Ratsparteien sich auf nur einen Kandidaten festlegten, wie es beim letzten Mal in Hude der Fall gewesen sei, komme nicht gut an. Im Vorfeld habe es Gespräche mit anderen Ratsparteien und auch dem jetzigen Amtsinhaber Holger Lebedinzew und weiteren Personen gegeben. Man habe sich sehr schwer getan. Nach Abwägung habe man sich entschlossen, die Unterstützung Tappers vorzuschlagen, sagte Vorlauf.
Der Bewerber
Tapper, Jahrgang 1967, ist in der Gemeinde Hude noch völlig unbekannt. Er lebt mit seiner Ehefrau in Rastede, hat eine 26-jährige Tochter und einen 22-jährigen Sohn. Ehrenamtlich engagiert er sich als Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Kirche.
Seit 2014 ist Tapper Dozent und Ausbildungsreferent beim Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung. Begonnen hat er seine Laufbahn im gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst bei der Bezirksregierung Weser-Ems. von 2002 bis 2014 war er beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit tätig.
Vom Studieninstitut kennen sich Vorlauf und Tapper. Er sei immer mal wieder aus verschiedenen Kommunen gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, als Bürgermeister zu kandidieren. Er habe diese Anfragen immer abgelehnt, weil er in seinem jetzigen Beruf als Dozent seine Erfüllung gefunden habe. Bei der Anfrage aus Hude jedoch habe er von Anfang an ein gutes Gefühl gehabt, so Tapper.
Das gute Gefühl
Er sehe Hude als eine sehr attraktive und gleichfalls überschaubare Gemeinde, in der es sich zu leben lohne. Und er könne sich Hude als neuen Mittelpunkt für seinen Beruf und sein Leben gut vorstellen. Mit seiner Frau sei abgeklärt, dass sie bei seiner Wahl nach Hude ziehen wollten.
Es wird eine Herausforderung sein, unter den pandemischen Bedingungen und Kontaktbeschränkungen den Bewerber in den nächsten sechs Monaten bekanntzumachen. Das ist allen Beteiligten klar.
Wie aus den Ausführungen von Dirk Vorlauf zu entnehmen war, wollen auch weitere Parteien Kandidaten präsentieren. „Die Welt wird noch bunter werden, was die Kandidaten betrifft“, so Vorlauf.
