Hude/Wüsting - Das kleine Gerät, angebracht per Magnethalterung auf dem Kreiselmäher, stößt Hochfrequenz-Dauertöne aus, so wie bei einer Alarmanlage – bis zu 120 dB. Ingo Wachtendorf, Vorsitzender des Landvolks in Hude, führt es vor. „Es ist kein Allheilmittel“, sagt Wachtendorf. Doch die Grünlandbauern, die in Kürze wieder mit der Mahd beginnen, wollen auch diese Möglichkeit nutzen, damit Wildtiere nicht unter die Messer kommen.
Sammelbestellung
Fast alle Landwirte, die in der Gemeinde Hude Grünland bewirtschaften, haben bei einer Sammelbestellung des Landvolkverbandes die Geräte geordert. Die Landwirte zahlen 20 Euro Selbstbeteiligung pro Gerät, den Rest übernimmt das Landvolk. Insgesamt werden mehr als 50 „Wildretter“ ausgeliefert.
Die Landwirte versuchen, in Zusammenarbeit mit den Hegeringen, während der Mahdzeit so viele Wildtiere wie möglich vor dem Tod durch die Messer der Mäher zu bewahren. Der Hegering Hude wolle künftig auch eine Drohne mit Wärmebildkamera für die Absuche vor dem Mähen einsetzen, so Wachtendorf.
Viele Maßnahmen
Vergrämungsmaßnahmen vor der Mahd werden von Landwirten und Jägern schon seit Jahren ergriffen. Als geeignete Maßnahme wird auch das Mähen von innen nach außen empfohlen.
Es sind oft Kaninchen, Hasen. Fasane oder Rehkitze, die sich in dem langen Gras ein vermeintlich sicheres Versteck suchen. Die Brut- und Setzzeit in der Natur fällt fatalerweise mit der Mahd zusammen. Das ist jedes Jahr im Frühjahr ein großes Problem
Für die Landwirte ist es kein schöner Anblick, wenn sie denn trotz aller Maßnahmen doch mal ein Tier übersehen haben, sagen Ingo Wachtendorf und sein Vorstandskollege Jörn Wragge. Manchmal können sie noch mit einer Vollbremsung Schlimmeres verhindern. Totes Wild im Grünfutter kann zudem zu Erkrankungen der damit gefütterten Tiere führen.
Mit Hochfrequenz
Die Vertreter des Landvolks freuen sich, dass fast alle Grünlandbauern aus der Gemeinde nun auch das elektronische Zusatzgerät nutzen wollen. Es ist einfach zu installieren und erhält den Strom über ein Zuleitungskabel direkt vom Zugfahrzeug.
Der sehr unangenehme, sirenenartige Warnton, der wildes Leben retten kann, ist in der geschlossenen Fahrerkabine kaum zu hören. „Für Passanten könnte es etwas unangenehm werden“, so Ingo Wachtendorf.
Der elektronische Wildretter sei zwar keine 100-prozentige Lösung, sorge aber mit anderen Maßnahmen dafür, dass weniger Tiere getötet würden, meinen die Landvolkvertreter. Das haben nach Angaben des Herstellers auch entsprechende Feldversuche ergeben.
