Hude - Nun ist es beschlossen: Der Rat der Gemeinde Hude hat in einer Sondersitzung am Donnerstagabend mehrheitlich dafür gestimmt, dass ein Förderantrag für die Schaffung eines Vernetzungsbiotops zwischen Reiherholz und Hausbruch gestellt und Mittel für den von der Gemeinde zu tragenden Eigenanteil bereitgestellt werden.
Von der CDU hat es im vergangenen Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt herbe Kritik gegeben. Nun klangen die Worte versöhnlicher, wenngleich es noch immer keine Ja-Stimmen aus den Reihen der Christdemokraten gab.
529.200 Euro Förderung
Die CDU hat sich bei der Entscheidung über den Antrag geschlossen enthalten. Alle anderen Ratsmitglieder stimmten jedoch überzeugt für das Vorhaben. Der Bund hatte Anfang April signalisiert, dass er im Rahmen des Förderprogramms „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ Mittel in Höhe von 529.200 Euro bereitstellen würde. Diese würden für die Schaffung einen „Grünen Bandes“, also ein Vernetzungsbiotop zwischen den Waldbiotopen Reiherholz und Hasbruch, genutzt werden.
Arbeitskreis Baum
Die Idee des Projektes stammt maßgeblich von Bürgermeister Jörg Skatulla und Ratsvorsitzender Kirsten Neuhaus (Grüne). Im noch jungen Arbeitskreis Baum wurde sie unter der Beteiligung unter anderem vom Zweckverband Kommunalservice-Nordwest, Nabu und weiteren Ratsmitgliedern weitergedacht. Der Bundestag zeigte sich von der Idee überzeugt, sodass er die Gemeinde eingeladen hatte, einen entsprechenden Antrag bis zum 15. Juni zu stellen. Mit den 529.200 Euro würde er das Projekt zu 80 Prozent fördern. Einen Eigenanteil vom 132.300 Euro müsste die Gemeinde Hude selbst stemmen.
Zudem soll über die Förderlaufzeit ein Projektleiter eingestellt werden. Auch wurde in der Sitzung noch einmal deutlich gemacht, dass es sich bei den Flächen, die für das „Grüne Band“ in Betracht kommen, um öffentliche Flächen handeln solle.
Einige Unklarheiten über das Projekt, die bei der CDU aufkamen und Grund dafür waren, dass drei CDUler gegen das Projekt stimmten, seien mittlerweile geklärt worden, erklärte Dirk Vorlauf (CDU) in der Sitzung. Für ein Ja-Votum reichte es dennoch nicht. Denn Vorlauf und Fraktionskollege Andreas Otte erklärten, dass es Projekte in der Gemeinde gebe, die priorisiert umgesetzt werden sollten. Auch sind Folgekosten des „Grünen Bandes“ ihrer Meinung nach nicht kalkulierbar.
Großes Lob
Der Argumentation von Otte und Vorlauf konnten weitere Ratsmitglieder nicht folgen. Sebastian Zwiener (SPD) lobte das Projekt und auch Christian Lüdke (Grüne) bedankte sich bei Skatulla und Neuhaus dafür, die Idee vorangetrieben zu haben.
Christian Suhr (Linke) äußerte jedoch Bedenken: Eine Projektleiterstelle mit einer Begrenzung von zunächst drei Jahren für Arbeitnehmer sei kaum attraktiv. Gleichwohl hob er aber lobend hervor, dass mit dem Projekt ermöglicht werde, Umwelt- und Naturschutz in den Dialog zu bringen.
