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Huder Geschichte erleben Wie Peter Zwiener Vergangenes in die Gegenwart bringt

Vor einer Sammlung der historischen Zeitschrift „Die Gartenlaube“: Peter Zwiener, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister und Ratsherr in Hude

Vor einer Sammlung der historischen Zeitschrift „Die Gartenlaube“: Peter Zwiener, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister und Ratsherr in Hude

Christin Hufer

Hude - Was Menschen aus Hude in der Vergangenheit bewegte, das interessiert Peter Zwiener, ehemaliger stellvertretender Huder Bürgermeister und langjähriges Ratsmitglied, sehr. Einem Archiv gleicht ein Nachlass seines Schwiegervaters Gerhard Böhm aus historischen Schriftstücken und Zeitungsberichten aus dem frühen 20. Jahrhundert, die einen Einblick in das gesellschaftliche Leben des Klosterorts geben. Diese Geschichten zu wahren und mit seinen Mitmenschen zu teilen, ist ein persönliches Anliegen des 79-Jährigen.

Faible für Vergangenheit

Für das Vergangene hat sich Zwiener schon immer interessiert. Vor allem Geschichten aus Hude bewegten ihn, seit er 1977 in die Gemeinde zog. „Ich mag Hude einfach sehr“, sagt er. Umso mehr genoss er es, wenn er in seinem Amt als stellvertretender Bürgermeister Senioren zu ihren runden Geburtstagen gratulierte. Dann hörte er ganz verschiedene persönliche Geschichten und konnte mit seinem Wissen über die Vergangenheit Erinnerungen wachrufen. „Dieser Austausch hat mir immer besonders gefallen.“

Aber nicht nur aus reinen Erzählungen häuft Zwiener sein Wissen über die vergangenen Tage Hudes. Eine große Hilfe dabei ist der Nachlass seines Schwiegervaters. So hat er beispielsweise in einer Kladde aus Zeitungsberichten aus dem Jahr 1919 erfahren, wie in Hude Schützenfest gefeiert wurde – mit Karussellen, Feuerwerken, Kinderbelustigungen und diversen anderen Attraktionen. „Das war ein großes Ereignis.“ Besonders gefreut haben sich die Huder Schützen über Zwieners Fund, weil sie so mehr über ihre Tradition erfuhren.

Interessanter Fund

Doch Zwiener stößt auch immer wieder, wie er erzählt, auf weitere historische Berichte, die er noch nicht kannte. Einer davon stammt aus einer Sammlung des antiken Magazins „Die Gartenlaube“, das 1853 erstmals im Leipziger Verlag Ernst Keil aufgelegt wurde und sich zum ersten erfolgreichen deutschen Massenblatt entwickelte. Auch diese Sammlung stammt von seinem Schwiegervater. Beim Durchblättern stieß der 79-Jährige auf einen seitenlangen Artikel von 1880 über den Hasbruch. Gefesselt hat ihn dabei, wie sehr der Wald als ein Ruhepol, als ein Ort der besonderen natürlichen Schönheit beschrieben wird.

Aber nicht nur die romantischen, imposanten Beschreibungen der über 1000 Jahre alten Friederikeneiche und der Amalieneiche – die 1982 einem Sturm zum Opfer fiel – beeindruckten den Huder. Berichtet wird ebenfalls davon, dass Karl der Große bereits 786 über den Hasbruch schrieb und König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) nicht glauben konnte, dass solch ein großer Wald im Norden zu finden ist – bis er seinen Hofmaler nach Hude schickte, um zu beweisen, dass der Hasbruch wirklich existiert, erzählt Zwiener sichtlich beeindruckt.

Entschleunigung vom Alltag

Dieser Artikel habe ihn noch einmal mehr daran erinnert, den Wald wertzuschätzen, sagt er – und das möchte er auch anderen mit auf den Weg geben: „In der heutigen Welt ist alles so hektisch und so schnell. Wir sollten uns einfach die Zeit nehmen und uns darauf besinnen, was wir hier vor der Tür haben.“

Ganz so weit geht Zwiener allerdings nicht immer in der Geschichte zurück. Auch erzählt er über Hude beispielsweise aus den 1950er-Jahren und wird immer wieder von Vereinen – wie dem VdK – eingeladen, um sich gemeinsam mit interessierten Menschen an vergangene Tage zu erinnern.

Christin Hufer
Christin Hufer Redaktion Wildeshausen
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