Hundsmühlen - Sein Name ist eng verbunden mit dem Aufschwung beim Hundsmühler TV: Marian Jobmann hat die tolle Entwicklung der Tischtennis-Jugend des Vereins seit 2013 maßgeblich mitgeprägt. Dass sowohl die Jungen als auch die Mädchen des Clubs aktuell in der Niedersachsenliga aktiv sind, ist vor allem sein Verdienst. Doch nicht nur das: Der leidenschaftliche Jugendcoach hat sich auch als Stützpunkttrainer auf Bezirks- und Landesebene einen Namen gemacht. Mit seinen 28 Jahren ist er noch lange nicht am Ziel seiner Trainerträume.

Mit unserer Zeitung spricht Marian Jobmann über...

…seine Ziele als Trainer: „Ich würde gern mit einem Kind zusammenarbeiten, das bei den deutschen Schüler-Meisterschaften einen Titel holen kann“, sagt der Tischtennis-Trainer. Außerdem sei es als Stützpunkttrainer sein Ziel, Ausnahmetalente wie Heye Koepke, Justus Lechtenbörger (beide Oldenburger TB) oder Sören Dreier (TV Hude) an die nationale Spitze heranzuführen. „Glücklicherweise stimmt auch die Chemie mit dem Tischtennis-Verband Niedersachsen – das ist für alle Seiten eine maximale Win-win-Situation“, verdeutlicht Jobmann.

…den Reiz des Trainerjobs: „Zum einen sagt mir die Sportart Tischtennis sehr zu. Zum anderen macht mir das Training mit den Kindern sehr viel Spaß – sie dabei zu beobachten, wie sie besser werden und wie sie ihre Ziele erreichen. Neben der sportlichen Seite spielt gerade bei den Jugendlichen die menschliche Komponente eine wichtige Rolle. Das heißt, es hat nicht immer Priorität, den Jungen und Mädchen auf Biegen und Brechen das beste Pingpong beizubringen. In erster Linie geht es darum, dass sie die Art und Weise des ganzen Aufwands verstehen. Das hilft ihnen möglicherweise auf dem ganzen Lebensweg.“

Ein Trainer mit der höchsten nationalen Lizenzierung

Hundsmühlen

…seine Tätigkeit beim Hundsmühler TV: „Es hat von Anfang an gepasst. Meine Strukturen habe ich mir beim HTV in den vergangenen sieben Jahren aufgebaut. Vermutlich werde ich die Anfängergruppe demnächst abgeben und mich auf die Leistungsgruppe fokussieren.“

…Vereinswechsel im Jugendbereich: „Dass ein von mir ausgebildetes Talent mal den Verein wechselt, hat meist sportliche Gründe. Damit umzugehen, musste auch ich erst lernen – zum Beispiel, als Justus Lechtenbörger von Hundsmühlen zum MTV Jever ging. Im Endeffekt muss es immer so sein, für den Jugendlichen die optimalen Bedingungen zu schaffen. Wenn alle Voraussetzungen passen, kann ein Wechsel zu einem anderen Club schon richtig sein. Oft ist es auch so, dass Jugendliche aus ähnlichen Gründen zu uns nach Hundsmühlen kommen möchten. Das ist für den abgebenden Verein nie schön. Und da gerate ich als Kader- und Vereinstrainer teilweise zwischen die Fronten.“

  …die aktuelle Nachwuchssituation in der Region: „Ich mache mir ein bisschen Sorgen, dass einige Vereine durch Corona Mitglieder verlieren. Es gibt aber an verschiedenen Stellen immer wieder vielversprechende Talente, die gefunden werden. In der Breite war die Resonanz – etwa die Teilnehmerzahlen bei Kreismeisterschaften – vor einigen Jahren größer. Ich hoffe, dass wir die Talsohle durchschritten haben. Ein Lichtblick ist, dass derzeit in vielen Schulen im Sportunterricht Tischtennis gespielt wird, weil die Abstände dabei eingehalten werden.“

…die eigene aktive Laufbahn: „Die Jugendarbeit ist mir viel wichtiger als das eigene Training. Im Grunde nehme ich mir in jeder Saison vor, meinen Schläger buchstäblich an den Nagel zu hängen. Schauen wir mal, wann ich mich dazu durchringen kann.“

…Lockversuche von anderen Clubs: „Ich hatte tatsächlich schon Anfragen von anderen Vereinen, mich als Jugendtrainer zu engagieren. Die Atmosphäre in Hundsmühlen gefällt mir aber so gut, dass ich denen immer abgesagt habe. Ich habe beim HTV viele Freiheiten, für die ich sehr dankbar bin. Damit ich mein gemachtes Nest verlasse, müsste ein Verein schon mit einem ziemlich kompletten Paket und einer klaren Zukunftsvorstellung an mich herantreten. Solange es beim HTV so bleibt, ist es schwer, mich da wegzukriegen.“

…die Entwicklung des HTV-Nachwuchses: „Dass wir jetzt mit zwei Teams – mit den Mädchen und den Jungen – in der Niedersachsenliga spielen, ist ein toller Erfolg. Einen großen Anteil daran haben unsere Eigengewächse Shoshana Hermann und Franziska Bartl, die sich so gut entwickelt haben. Wir sind dadurch ein Jahr früher als gedacht im Mädchenbereich in der höchsten Spielklasse angekommen.“