Huntlosen - Erwachsenenbildung in Zeiten der Corona-Pandemie: Da ist Flexibilität gefragt. „Wir probieren alles aus. Wir müssen ja auch Vorreiter sein“, erzählt Regionalleiterin Karin Pieper beim Termin der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) Großenkneten. Dafür sind die technischen Bedingungen jetzt wieder ein erhebliches Stück verbessert worden. Die LEB hat ihren Seminarraum Lethe im Grünen Zentrum Huntlosen mit einem modernen Videokonferenzsystem ausgestattet, so dass der digitale Unterricht ab sofort noch abwechslungsreicher gestaltet werden kann.
Zuschuss erhalten
Im „Corona-Sonderfonds Nothilfe Erwachsenenbildung 3“ stellte das Land Niedersachsen insgesamt 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Darin sind 40 000 Euro für Unterrichts-/Tagungsräume reserviert, um die Infrastruktur für „hybride“ Veranstaltungen zu schaffen und so die Mischung aus persönlicher Anwesenheit und digitaler Zuschaltung der Teilnehmer zu ermöglichen. Die LEB Großenkneten stellte Anträge für ihre beiden Standort in Huntlosen und Ahlhorn (Bildungszentrum). In Huntlosen kam sie zum Zug, freute sich Pieper gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Beirats, Timm-Dierk Reise.
Medienmitarbeiter Ralf Holtz demonstrierte das neue Videokonferenzsystem, das rund 3500 Euro kostete. Die Technik mit Kamera, Mini-PC und Lautsprecher ist in einem Schrank untergebracht. Dazu kommt der Beamer samt Deckenhalterung, der Laptop zur Ansteuerung der Videokonferenz und das Bluetooth-Headset für den Dozenten. „Ich stehe vor der Kamera und kann per Fernbedienung alles bedienen“, zeigte Holtz die Funktionsweise. Auch können Papiere, Bilder, Filme, Flipcharts und ähnliches in die Konferenz problemlos eingebracht und für alle sichtbar gemacht werden. Dazu dient unter anderem die Dokumentenkamera. Dabei sei die Bedienung einfach und nachvollziehbar, lobte Holtz.
Fortbildungen
Bei den Videoplattformen ist die freie Auswahl möglich. „Das System ist universell einsetzbar“, erklärte der LEB-Mitarbeiter. Die Erwachsenenbildung setzt auf „Big Blue Button“, das auch oft an den Universitäten verwandt wird.
Die Zahl der Personen im Seminarraum ist derzeit natürlich begrenzt. An den Online-Geräten daheim ist sie unbegrenzt.
Vier Mitarbeiter in Huntlosen durchlaufen derzeit intensiv Fortbildungsangebote. „Unterricht von Frontal zu Digital“, „Grundlagen des virtuellen Lehrens und Lernens“ und „E-Kollaboration und virtuelle Selbstorganisation“ sind die großen Themenblöcke. Wie Online-Kurse funktionieren, werde auch gerne den Dozentinnen und Dozenten vermittelt, betont die LEB. „Wir sind offen für Wünsche und Ideen“, erläutert Karin Pieper, dass auch Vereine, Institutionen und Gruppen den Seminarraum und seine Ausstattung testen und nutzen können, um sich mit der Videokonferenztechnik vertraut zu machen.
Bei den Kursteilnehmern seien viele „froh, dass sie derzeit ein Angebot per Internet nutzen können“. So laufen Sprachkurse und Yoga-Kurse online. Bei letzteren sind sogar Teilnehmer aus Hamburg und Leipzig vor den Bildschirmen zugeschaltet.
